April vorbei. Und wir machten, was wir wollten. Unter anderem: Konzerte gucken. Wie die waren? Sagen wir euch.
Arkells (3.4., Molotow) Die Kanadier sind für die Bühne geboren, haben einen riesen Spaß und das zweite Album im Gepäck. Die Show fand am Mittwoch statt und war so verdammt gut, dass wir auf einer Welle der guten Laune bis ins Wochenende surfen konnten. Bitte ganz bald wiederkommen! (cR) *** Mumford And Sons (4.4., Sporthalle) Was mal Indie-Folkband war, ist jetzt routinierte Stadionband. Insgesamt eher belanglos, aber die alten Hits funktionieren immer noch. (eh) *** Marius Ziska (5.4., Elevator Studios) sehr intim, dynamischer als auf Platte, nette Jungs, toller Sound, Spaß der Band war ihnen anzusehen und brachte einen zum Schmunzeln. (ms) *** Mystery Jets (5.4., Molotow) Die Herzen der Indie-Mädels schlugen höher. Die neueren Songs begeisterten allerdings nicht so sehr wie alte Nummern ala “Two Doors Down”. (dr) *** Jake Bugg (6.4., Gruenspan) Der Newcomer wurde vom Knust ins Gruenspan verlegt und war dort ausverkauft – die Erwartungen entsprechend groß. Leider wurden diese nicht ganz erfüllt. Das Konzert war gut, wirkte jedoch eher wie eine Pflichtveranstaltung. Der Knabe könnte mal an seiner Bühnenpräsenz arbeiten. Aber er ist ja noch jung. (cR) *** Turbostaat (6.4., Freies Kultur- und Kommunikationszentrum, Schleswig) Ein wunderbares Releasekonzert. Die Band war gut gelaunt, hatte Spaß und hat dem Publikum das komplette Album und ein paar Klassiker präsentiert. Das Konzert machte Lust auf mehr. Mehr Turbostaat! (fh)
Peace (6.4., Molotow) Der nächste heiße B-town-Scheiß. Mitternachtsshow im Molotow. Alle wieder wach!? Das hat gut gerockt. (cR) *** Tim Neuhaus / Intergalactic Lovers / Ian Fisher (7.4., Knust) Bei der ersten Vorband vor Überraschung die Augen aufgerissen, bei Tim Neuhaus sie zugemacht und geträumt, nur Kat Frankie hat gefehlt. (ms) *** Eels (7.4., Gr. Freiheit 36) Mr. E warf sich in Schale und seine Band und Roadies gleich mit: Einheitstrainingsanzug. Den Spaß auf der Bühne sieht man ihnen sichtlich an. Neue Songs wie “Peach Blossom” und “Kinda Fuzzy” kommen ebenfalls gut an. Alles richtig gemacht! (dr) *** Eels (7.4., Gr. Freiheit 36) Voll ist es, ausverkauft! Ein Clown im Vorprogramm, namentlich ‚Puddles Pity Party‘, beendet seine Version ‚My heart will go on‘ mit Metallicas ‚One‘ geil! Das gibt´s nur hier. Von den Eels selbst gibt´s alles, was man hören möchte und auch was vom neuen Album. Sehr solide, mit weniger Bart, im schwarzen Adidas Jogger und zwar alle. (mh) *** Eels (7.4., Gr. Freiheit 36) Die Eels geben ein wahrhaft großartiges Konzert. Tolle Songs gibts natürlich sowieso. Aber so unterhaltsam, herzend und Schabernack treibend hatte man E zuvor noch nie gesehen. Geschmackvoll in schwarzen Adidas Joggern und mit schwarzen Sonnenbrillen gekleidet, geben der Chef und die Band musikalisch und auch modetechnisch eine erstklassige Einheit ab. Und die Podeste, auf denen die Musiker stehen, erinnern an ein Bühnenbild a la 60er/70er-Jahre TV Unterhaltungsshow. Arschcool! Hans Rosenthal hätte wohl freudig springend gerufen: ‘Das war spitze!’ Passend zum aktuellen Albumtitel sagen wir: ‘Das war wonderful, glorious!’ *** John Grant (8.4., Mojo Club) hat soviel Charme und diese wunderbar tiefe Stimme. Damit bringt er zwar leider nicht alle steifen Hamburger zum Tanzen aber geht unter die Haut und wer wollte bekam am Ende noch group-hugs beim Platten unterschreiben. (tk)
Black Rebel Motorcycle Club (8.4., Gr. Freiheit 36) Nachmittags noch im Plattenladen, abends auf der großen Showbühne. Tolle Setlist, neue Schlagzeugerin und viel Rock’N’Roll für einen Montagabend. (dr) *** Black Rebel Motorcycle Club (8.4., Gr. Freiheit 36) Erst bei Michelle im Schaufenster. Es ist hell, es gibt Akustisches, es ist brechend voll. Ein Drittel der Mannschaft hängt besorgniserregend oft beim Text. Abends ist es dunkel, alles sitzt und es gibt nen deftigen, willkommenen Tritt in den Hintern. So geht laut, so geht sexy, so geht Rock `n Roll. (mh) *** Kashmir (9.4., Uebel & Gefährlich) Wunderbare Setlist! Tolles Konzert! Sackteurer Merchandise, aber endlich “Zitilites” auf Vinyl! (eh) *** Kashmir (9.4., Uebel & Gefährlich) Nachmittags im Interview hieß es noch: “Wir sind keine Rockband mehr”. Abends zeigt sich: stimmt nicht. Eröffnet wird mutig mit dem sphärischen ‚Blood Beech‘ und weiter geht´s mit Allem, was das Kashmir-Herz begehrt. Inklusive dem laut Band seit 10 Jahren nicht live gespielten ‚Melpomene‘. Vielen Dank, gelungener Tourauftakt, jederzeit wieder kommen, bitte. (mh) *** Kashmir (9.4., Uebel & Gefährlich) Fans und Musikliebhaber aus Nah und Fern, ja sogar aus Mexiko feierten die Dänen. zum krönenden Abschluss “The Aftermath” und viele gerührte Menschen im gut gefüllten Uebel & Gefährlich. (dr) *** Naked Lunch (10.4., Uebel & Gefährlich Turmzimmer) Aus vermeintlicher Arroganz wurde Sympathie, gespickt mit Ironie und einer großen Portion Humor. “Kann irgendwer Gitarrensaiten aufziehen?” – Musik machen können sie sogar auch noch! (eh)
Stornoway (11.4., Knust) Die Indie-Folker werden in der Hamburger Presse als Doom-Metal-Band angekündigt! Was sich dann auf der Bühne abspielt ist – mit Ausnahme der Axt des Drummers – mitnichten düster und fernab des Untergangs. Großartige Stimme, wunderbare Musiker, tolles Konzert, Gruppenfotos und lustige Widmungen am Merch. 1A! (dis) *** Blackmail (11.4., Molotow) Große Band, kleiner Club. Die Schlange am Einlass war zu lang, um Zen Zebra sehen zu dürfen. Dafür – Zitat Kurt – zerficken uns Blackmail. Mit brachialem Druck und großer Klasse. (mf) *** Funeral For A Friend (12.4., Markthalle) Vor langer Zeit im Knust angekündigt und wegen Krankheit abgesagt, spielten FFAF endlich wieder in Hamburg (im Vorprogramm von Silverstein). Das Warten hat sich gelohnt. Astreines Brett, wenn auch zum Teil etwas holprig: zu Beginn beim Sound und später im Magen von Sänger Matthew Davies-Kreye, der sich kurz vorm Auftritt noch den Bauch vollgefuttert hatte. (cR)
Icona Pop (12.04., Uebel & Gefährlich) Die zwei Schwedinnen waren fit und bester Laune, kämpften zu Beginn jedoch etwas mit der Technik. Als sich das berappelt hatte, wandelte sich der Abend in eine Tanzparty gekrönt von – natürlich – “I don’t care, I love it!” und alle grölten mit, sogar noch nach Konzertende auf den Toiletten und vor der Halle. (cR) *** Echo Me (13.4., Molotow Bar) Als die meisten anderen in Husum oder im Museum waren, hat der Däne eine Stunde voller Hits in der Molotow Bar gespielt. Wir brauchen mehr Bands mit Tuba! (eh) *** Propagandhi (13.4., Gruenspan) 13 Jahre haben sie gebraucht, um mal wieder in Hamburg zu spielen. Damals waren sie Punk, heute sind sie so viel mehr. Und zeigen im – natürlich! – ausverkauften Gruenspan ihr altes und ihr neues Gesicht. Less Talk, Alter. More Rock! (mf) *** Husum Harbour (13./14.4., Speicher, Husum) Absolutes Entspannungswochenende mit lieben Menschen und halb Hamburg und mit absoluten Entspannungsmomenten bei Kat Frankie, Sir Simon, Honig und Enno Bunger. Und ich bin für Sektfrühstück mit Jonas David als Begleitmusik. Immer! (ms) *** Scanners (14.4., Molotow Bar) Gefühlt war es bei der Vorband Tall Ships voller. Auch waren sie gefälliger. Ob’s an den neuen Songs der Scanners liegt? Oder am türkisfarbenen Ganzkörperkondom von Sängerin Sarah Daly? Mit “Salvation” sorgen sie aber doch noch für ein versöhnliches Finale. (dr)
Daughter (15.4., Knust) Gänsehautmomente, Kopfkino, lautes Seufzen, leises Schniefen, Sehnsucht, Freude, Trauer. Alles zusammen…”We are the reckless, we are the wild youth”! (ms) *** Daughter (15.4., Knust): Persönliches Konzerthighlight des Monats, wenn nicht des Jahres. Was für eine sympathische Band! In einer Zeit, wo viele Bands bloß stumpf ihr Set runterspielen, ist es eine schiere Freude, Elena, Igor und Remi zuzuschauen wie sie sich freuen, dass so viele Menschen ins Knust gefunden haben um diese tolle Musik zu huldigen. Nach jedem Song aufs neue. Wo gibt’s bitte die Dauerkarte? *** Ben Caplan (17.4., Grüner Jäger) Ausverkauft ist der Jäger. Unglaublich heiß ist es und auf der Bühne steht nur ein einziger Mann. Was der im Laufe des Abends aus sich heraus holt ist einmal mehr schier unglaublich. Ein Entertainer vor dem Herren, den Boden pflastern die Herzen der Zuschauer, ab dem ersten Moment. Am Ende waren alle klatschnass und selig. Trinkgelage fällt dieses Mal aus, er muss am nächsten Morgen nach Berlin. Beim nächsten Mal dann und dann aber eine größere, konzerttaugliche Location buchen, die wäre locker voll geworden. (mh) *** Die Aeronauten (24.4., Frau Hedi) Im VVK ausverkauft, nach der ersten Runde aber raufgeschafft…für Kleine (mich) keine freie Sicht auf die Band, dafür aber das halbwegs gesunde Gehör an den Boxen. Zum Glück kein Regen, somit tanzen und (Schiffs-)schaukeln an frischer Luft mit Blick auf den Hafen. Immer wieder beschwingt ists auf der Hedi! (ms) *** The Ataris (24.4., headCRASH) Draußen der erste milde Frühlingsabend. Drinnen kocht die Hütte. Die Jungs können es nach all den Jahren noch immer – inklusive “Boys Of Summer” ein sympathischer Abend. (cR) *** Herrenmagazin (Bosse) (26.4., Große Freiheit) Leider gingen Herrenmagazin als Support etwas unter, wobei das Publikum ziemlich jubelte. Aber in den ersten Reihen waren wohl doch zu viele ca 17jährige Bosse-Fans, die schon zu lange standen. Herrenmagazin gaben aber ihr bestes, zumeist neue Songs. Zu Bosse: nach 5 Songs musste ich gehen, weil ich es nicht aushielt. Geschmackssache, klar! (ms)
Kettcar (27.4., Holsten Brauereifest) Der vorerst letzte Auftritt von Kettcar in Hamburg. Das Publikum wusste die Performance allerdings eher wenig zu schätzen und große Lust schien bei der Band auch nicht vorhanden zu sein. Schade drum. (fh) *** Plan B (27.4., Treibeis) Über das Treibeis zum Festival nach Helgoland. Nun mag sich ein frostiges Bild im Kopf festsetzen, das ist jedoch irreführend. Die kuschelige, intime Unplugged-Show war alles andere als unterkühlt. Band und Publikum sangen zusammen “Teenage Kicks” und interpretierten Elvis genauso leidenschaftlich wie die Plan B-Songs. Herrlich! (cR)*** The Knife (27.4., Docks) ich kann nicht so richtig sagen, ob gut oder schlecht…anders trifft es besser. Keine Erwartungen gehabt, aber erwartet dass es anders als ein “normales” Konzert wird. Zusammenfassend: Queer-Electro-Happening mit hippem Einheizer. Hat das Geld gelohnt! (ms) *** Borko (28.4., Goldener Salon) putzig, bärtig, verschroben, schüchtern (ganz anders als in ihrer Heimat) aber irgendwie ein bisschen wie alte Familienmitglieder wiederzusehen. (ms) Walking Papers (29.4., Logo) Duff McKagan von Guns N Roses und Barrett Martin von den Screaming Trees auf einer Bühne sind schon mal geil. Wenn sie dann aber noch einen so famosen Sänger wie Jeff Angell mitbringen und gemeinsam saugute Songs zwischen Blues, Altenative und Hardrock zimmern, dann das ist das peinlich leere Logo gar nicht mehr schlimm. (mf) *** H2O (30.4., Indra) Draußen guckt das Land Fußball, im Indra sammeln sich die Menschen mit Geschmack und erleben eine grandiose Show der vielleicht besten Hardcore-Band der ganzen Welt. 50 Minuten Dauerschweiß, Euphorie und Hit auf Hit auf Hit auf Hit. Atemberaubend und besser als jedes Fußballspiel. (mf)