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„Keep The Faith“

„Alkohol ist dein Sanitäter in der Not“ und dann später noch irgendwas mit Fallschirm und Rettungsboot. So könnte es, mit etwas angereicherter Fantasie, bei Deutschrockern oder Besserwisser-Würstchen klingen. Doch „Ask Me This“ klopft aus Richtung Norden an. Aus Dänemark, um den Landstrich präziser einzukreisen. Und mit Einsiedlerei hat sich auch gleich was, denn rund um das einstige Zweierpack Thorben Seierø Jensen und seiner Gegenüberin Susanne Sølund sind plötzlich vier weitere wallende, helle Gewänder auferstanden: Alcoholic Faith Mission (Heute, 6. Februar | Zentrale im Thalia)

Es sind ja auch eine ganz schöne Menge Instrumente (vom Synthie über die Posaune, Streicher hinter dem Piano u.s.w.) zu bedienen. Dazu Stimmen, die ausgestreckten Armen bis zu den Sternen am Himmel folgen. Und Rhythmen, die das alles ähnlich zusammenhalten, wie wir es ausgerechnet und in ähnlicher Finesse von den Stars (sic!) kennen. Und wenn wir hier schon in einem ganz anderen Orbit kreisen, dann muss in diesen leicht abgehobenen Sphären wohl auch nach The Arcade Fire und den allgegenwärtigen Broken Social Scene der Zeigefinger ausgestreckt werden.

So kullert „Ask Me This“ vollkommen ungefragt und augenscheinlich auch recht ungeplagt heraus aus der sinisteren Finsternis. Alcoholic Faith Mission können in übermütigen Momenten sogar mal ganz knapp am ausgelassenen Kirchentags-Stadiongesang vorbei segeln, stolpern aber auf (relativ kurzer) Albumlänge niemals über den hauseigenen, fein gezwirbelten Stoff, der hier am Ende doch fast jeden einzelnen Ton sanft einhüllt. Freak-Folk, sagt die Plattenfirma. Fleet Foxes mit einigen anderen (und bisher unbekannten) Chromosomen, sagen wir. Feines Dressing für den Kopfsalat hören vielleicht wiederum andere heraus. (kel)