Grandbrothers malen mit Tasten und Texturen. Jeder Anschlag ein Funke, jeder Beat ein Widerhall und am 5. November wird das Gruenspan zur Projektionsfläche für ihre Klangwelten.
Wer die beiden kennt, Erol Sarp am Klavier und Lukas Vogel an selbstgebauten Apparaturen, die den Flügel in ein Percussion-Monster verwandeln, weiß, dass bei ihnen nichts so klingt wie anderswo. Aus einem Piano wird ein Orchester, ein Schlagzeug, manchmal fast ein Maschinenraum. Das Ergebnis: Musik, die gleichzeitig minimalistisch und maximal intensiv wirkt.
Mit ihrem neuen Album Elsewhere schlagen sie ein neues Kapitel auf. Elsewhere fühlt sich an wie der Moment, in dem die Grandbrothers tief Luft holen und alles Alte hinter sich lassen: „Es war wie ein Befreiungsschlag“, sagt Sarp. „Plötzlich hat sich alles wieder leicht und offen angefühlt.“ Ihr Sound weitet sich, nicht mehr nur Piano-Lab, sondern ein weit aufgespannter, fast cinematischer Raum voller schimmernder Synths, treibender Beats und vibrierender Energie. Aus der stillen Faszination fürs Klavier entsteht eine Soundwelt, die pulsiert, flirrt, aufleuchtet, mal kantig und roh, mal sanft und melancholisch. Immer mit dieser typischen Grandbrothers Magie, die schon immer irgendwo zwischen treibender Dancefloor-Ekstase und cineastischer Weite verankert war. Ein Schwebezustand aus flackerndem Stroboskop und sphärischer Tiefe.
Inspiriert von elektronischen Festival-Vibes, diesem pulsierenden Aufgehen im Sound, dem Moment, wenn Bass und Melodie plötzlich größer werden als man selbst und zu einer Fusion verschmelzen: „Das waren magische Momente“, sagt Vogel. „Wir haben oft an diese Energie gedacht, wenn wir im Studio saßen.“ „Das Gefühl aus den Festivals hat uns getragen“, ergänzt Sarp, „das wollten wir mitnehmen, konservieren, weitergeben.“
Live heißt das: Räume, die kippen. Augenblicke, in denen absolute Stille herrscht bis der nächste Beat einsetzt und dich komplett durchschüttelt. Dazu ein neu gestaltetes Bühnenbild, Visuals, die sich mit dem Sound verweben, und das Gefühl, dass hier zwei Menschen einen Abend lang eine eigene Welt leben.
Ein Termin, den man sich rot im Kalender markieren sollte, nicht, weil es irgendein Konzert ist, sondern weil Grandbrothers Shows intensive Abende voller kleiner Details sind.
Foto: Dan Medhurst
