livekritik.de präsentiert den Chor des Monats: März. Von A wie Anna Calvi, B wie Blaudzun, C wie Caleido, D wie Dillon… bis Y wie Yuck. Von allem und für jeden Geschmack war im vergangenen Monat etwas dabei:
*** Musikvideoabend (1.3., Knust) Originelle Musikvideos auf der grossen Leinwand gucken, moderiert von den Regisseuren Dietrich Brüggeman & Christian Mertens: Das Hamburger Publikum ist unsicher, ob man Videos beklatscht, entscheidet sich im Laufe des Abends aber zunehmend dafür. Einfacher ist das bei den Liveacts, Jim Pansen, Wolfgang Müller und Thees Uhlmann, denen das zeitweise teilnahmslose Publikum brav applaudiert. Es bleibt ein etwas seltsamer, aber sehr schöner Abend im Gedächtnis, der sich hoffentlich wiederholen wird. (nsc) *** Bonnie ‘Prince’ Billy (3.3., Fabrik) Der Herr Oldham lässt uns nach einem Soundscapes-Support ganz schön warten, doch versöhnt sich mit einer großen Hand voll seiner tollen Songs und witzigen Stories dazwischen. Nur er, der bärtige alte Mann und seine Gitarre, manchmal auf einem Bein stehend. Die Stecknadel könnte man fallen hören, die Lauscher waren auf Empfang, der ganze Körper war auf Empfang. Wunderbar (ms) *** James Blunt (4.3., o2 World Hamburg) Gut gelaunt wie immer betrat der sympathische Engländer an diesem Abend die Bühne. Neben den neuen Liedern seines Albums “Moon Landing” spielte er natürlich auch seine alten Klassiker. Das Publikum war dementsprechend begeistert! (fh) *** Hjaltalín (4.3., Mojo Club) Island wie es leibt und lebt, schöne Männer, schöne Melodien, “Halo” als Cover. Das leider und unverdient eher spärlich gefüllte Mojo war ganz verzaubert. (eh) *** Hjaltalín (4.3., Mojo Club) Was soll man bei den Worten der Kollegin (eh) noch hinzufügen? Verzauberung deluxe! (ms)
*** Broilers (7.3. Sporthalle) Von Anfang bis Ende und in der Mitte auch, von “Zurück zum Beton” über “Ist das jemand?”, “Paul der Hooligan” und “Wie weit wir gehen” bis “Meine Sache”, “33 rpm” und “Blume” – die Broilers machten aus der Sporthalle für über zwei Stunden Punkrock-Keller und Großraum Disko, feierten mit Punks und Prolls und spielten ein wahnsinnig wahnsinnig wahnsinnig aufregendes Konzert. Die vielleicht gerade beste Live-Band der Welt. Kein Witz. (mf) *** TOY (7.3., Rock Café St. Pauli) Mit ihrem psychedelischen Rock im modernen Gewand sind TOY immer wieder gern gesehen und so haben wir uns auch dieses Mal verlässlich in andere Sphären locken lassen. Ganz einfach. Einfach gut! (cR) *** Thees Uhlmann (12.3., Große Freiheit 36) Man muss den Kerl irgendwie mögen. Wie er sich da oben auf der Bühne über die schon wieder ausverkaufte Freiheit freut (“Das ist wie eine dritte Krönung bei ‘Game Of Thrones'”), wie er von seinem 18. Geburtstag erzählt, ganz alleine und ohne Band die Hosen covert, böse rappt (“Hamburg, zünde die Mülltonen an!”) oder Leuten aus dem Publikum Merchandise schenkt, weil ihm ihr Shirt oder Tanzstil so gefällt. Wenn jetzt auch noch die Musik wie er und damit total nett statt nur ganz nett wäre, wäre es das Konzert des Jahres. So war es ein richtig schöner Abend. (mf)
***Anna Calvi (13.3., Fabrik) Grazie an der Gitarre. Gut wie Hendrix traue ich mich fast nicht zu sagen. So lasziv wie professionell. (tk) *** Heisskalt (13.3., Prinzenbar) Klein. Heiß. Geil. So lässt sich das Tourauftakt-Konzert von Heisskalt wohl am besten beschreiben. Die ausverkaufte Prinzenbar wartete sehnsüchtig auf die neuen Lieder und die 5 Jungs lieferten das komplette Album ab. Und das mit einer Power, die wirklich jeden Anwesenden mitgerissen haben. (fh) *** Ben Schadow Band (13.3., Hanseplatte) Ben Schadow spielt sich munter durch seine musikalische Geschichte, spielt neues & altes aus seinem Soloschaffen, erzählt viele Anekdoten, animiert das Publikum gern zum Mitmachen, bringt es dauernd zum Lachen und holt sogar die alte Bläserfraktion aus Les Garcons-Zeiten auf die Bühne. Ein rundum munterer Abend! (nsc) ***All The Luck In The World (14.3., Prinzenbar) Wie schön, wenn man einer jungen Band ansieht, wie erstaunt und erfreut sie sind, dass ihr erstes Konzert in Hamburg gleich ausverkauft und das Publikum so klatsch- und Text-sicher ist. Und am Ende erschien endlich auch auf dem Gesicht des ach so zurückhaltenden Sängers ein glückliches Lächeln. (eh)
*** Hanse Song Festival (15.3., div. Locations, Stade) Zum dritten Mal präsentiert uns Tapete Records diese Festivalschönheit in aussergewöhnlichen Locations in Stade: Christian Kjellvander in der Kirche, Fotos im Amtsgericht, oder The Tiny im Rathaus-eigenen Königsmarcksaal, um nur einige zu nennen. Als Highlights darf man wohl Jan Plewka & Marco Schmedtje, sowie die tolle Performance von Stefan Honig im Amtsgericht im Kopf behalten. Der heimliche Star bleibt aber das Städtchen Stade mit seinen schönen Locations. (nsc) *** Pilot To Gunner / Barrels / John Allen (17.3., Grüner Jäger) “Hamburg, du Mörder!” singen Findus. “Hamburg, du Ignorant!” sage ich. Pilot To Gunner kommen endlich wieder auf Tour und viel zu wenig gehen hin. Selber schuld, die Band verschenkt Bier (Kiste vor die Bühne, bedient euch) und haut Hit auf Hit auf Hit raus, albert, arbeitet und macht das Beste draus. Stark. Ebenso davor: John Allen covert Springsteen und glaubt an die Rettung dank Rock N Roll und Barrels lärmen sich leidenschaftlich durch ihre noch nicht veröffentlichen Lieder. So geht Montagabend. (mf)
*** Marteria/Marsimoto (18.3., Sporthalle) Hansa, das hat für einen Auswärtssieg nicht ganz gereicht. Eine Stunde ist schon gespielt und zwischen viel Mittelfeldgeplänkel werden die beiden Konter ”Kids†und ”Lila Wolken†wie so viele andere Spielzüge einfach nicht entschlossen genug ausgespielt. Frischen Wind, Feuer & Rauch bringt die Einwechslung Marsimotos in der zweiten Hälfte. Gerechtes Unentschieden nach einem Kraftakt im Finale, den sich Marteria wohl beim Unioner Kampfschwein Mattuschka abgeschaut haben muss. Miss Platnum haben wir derweil wirklich gerne mal wiedergesehen. Patrick Owomoyela übrigens auch. (kel) *** Maria Solheim (18.3., Prinzenbar) Da steht sie wieder auf der Bühne. Strahlt, bedankt sich immer wieder ausgiebig mit einem tiefen Knicks, erzählt kleine Geschichten und spielt diese wunderbaren Lieder für das fast stille Publikum. Wie sehr man Künstler vermissen kann, zeigt sich manchmal erst, wenn sie nach Jahren wieder auf der Bühne stehen. Es ist wunderbar, Maria Solheim wieder auf der Bühne sehen zu dürfen. (nsc) *** Hundreds (18.3., Imperial Theater) Nach kurzen Startschwierigkeiten wurde es doch ein wunderschönes Konzert zum träumen und genießen. Die Atmosphäre des Imperial Theaters und die wunderbare Lichtshow trugen ihren Teil zum Gelingen des Abends bei und so viel es der Band denkbar leicht das Publikum zu verzaubern. (fh)
*** Spring Offensive (20.3., Kleiner Donner) Das war einfach toll, Sound super, Band gut drauf, Akustik-Einlage,… Muss man gar nicht mehr zu sagen. Bei der nächsten Gelegenheit sofort wieder! (eh) *** Yuck (20.3., Turmzimmer) Hamburg, was ist los? Yuck haben eine prima Platte rausgebracht und trotzdem wird die Show ins kleine Turmzimmer verlegt? Nun, immerhin das ist ganz okay gefüllt und Yuck spielen Songs aus beiden Alben und überraschen das dankbare Publikum mit einem tollen New Order-Cover (“Age of Consent”). Jetzt wird Album 3 in Angriff genommen und ihr kommt nächstes Mal alle wieder mit, okay? Ist nämlich immer noch ne Super-Band. (nsc) *** Dillon (26.3., Kampnagel K6) Dominique de Byington a.k.a. Dillon hat Herzrasen, wie sie sagt. Das Publikum wirft derweil symbolische Herzen ins Dauergegenlicht auf die Bühne und feiert die neuen, noch unbekannten Songs vom zweiten Album “The Unknown” genauso ab, wie die älteren Stücke und die tollen Coverversionen von Bodi Bill und The Weekend. Soweit man bei diesen ruhigen Songs von feiern sprechen kann, jedenfalls. Wunderschöner Abend! (nsc)
*** Heisskalt (27.3, Superbude Lounge) Zum zweiten Mal schauten Heisskalt auf ihrer Monster Tour in Hamburg vorbei, dieses Mal spontan und akustisch in der Superbude. Im Stuhlkreis saßen ca. 30 Leute um die provisorische “Bühne” und die Band erfüllte Songwünsche. Selten fühlt man sich einer Band so nahe wie heute Abend. (fh) *** Caleido (27.3., Goldener Salon) Da waren’s nur noch sechs: Caleido waren mal Spring leads you home tonight. Ihr Debutkonzert brachte einen proppevollen Goldenen Salon, viele tolle, neue Songs und einen etwas weniger folkigen Sound, als noch zu SLYHT-Zeiten, dafür angetane Besucher, schöne Melodien und bald den ersten Release in form einer 10inch Vinyl. Darauf, und auf das, was noch kommt, freuen wir uns! Dabei wollen wir die ebenfalls tollen Naked as we came, die an diesem Abend den Support bereiteten und ebenfalls sehr zu überzeugen wussten, keinstenfalls unterschlagen. (nsc) *** Blaudzun (27.3., Prinzenbar) Herrlich. Herzlich. Holländisch. Auf Blaudzun ist Verlass. Sie umspülen das Herz, begeistern und reißen einen mit wenn man eigentlich vorher noch hundemüde war. Das schafft nicht jeder. Ein unvergesslich wundervoller Abend in einer der schönsten Locations von Hamburg. (cR) *** Joan As Police Woman und HELMUT (29.3., Uebel&Gefährlich) Eine Perfektionistin was ihre Töne angeht. Keine Unterhalterin, aber dafür bestens ausgefeiltes schönes Soul-Jazz-Indie Konzert abgeliefert. HELMUT wird nicht mehr lange nur support sein. (tk)