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    So war A Summer’s Tale

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    By Sebastian Madej on 14. Oktober 2015 Festivals, Konzertreviews

    Als am 24. September im Imperial-Theater im Rahmen des diesjährigen Reeperbahnfestivals die Gewinner des HELGA!2015 bekanntgegeben wurden, war im Hause FKP Scorpio die Freude sicherlich groß. Denn der Preis für die überzeugendste Festivalpremiere ging an das A Summer’s Tale Festival.

    A Summer's TaleDas Festival fand unter dem Motto “ART AND MUSIC LIVE IN THE GREEN” in Luhmühlen bei Lüneburg statt und alle waren gespannt, ob FKP Scorpio den Erwartungen, die im Vorfeld geschürt wurden, auch gerecht werden würde.

    Von einem genreübergreifenden Festival zwischen tiefen Wäldern, urigen Mooren und luftigen Birkenhainen mit vielen Highlights in den verschiedensten Bereichen wurde gesprochen. Der “Wohlfühlgedanke” und die Familienfreundlichkeit sollten im Vordergrund stehen, die Musik um Lesungen, Filmvorführungen, Poetry Slams, Familienaktivitäten, Kanufahren und vieles mehr ergänzt werden. Auch im Bereich der “Festivalküche” wollte der Veranstalter neue Maßstäbe setzen.

    Das Festival fand von Mittwoch, 5. August, bis Samstag, 8. August, was sicherlich nicht unbedingt arbeitnehmerfreundlich ist und bei erhöhten Ticketpreisen, die ebenfalls im voraus für Diskussionen unter den Festivalgängern sorgten, statt. Aber das, was bereits die Preisverleihung des HELGA!2015 deutlich gemacht hat, ist auch unser Fazit der Festivalpremiere. Das A Summer’s Tale war trotz sicherlich noch zu steigendender Besucherzahlen ein voller Erfolg.

    Belle & SebastianZum Festivalbooking muss man nicht mehr viel sagen. Mit Topacts wie Belle And Sebastian, Damien Rice, William Fitzsimmons oder Patti Smith ergänzt um Shootingstars wie Dotan oder Hudson Taylor und einer Menge an vielversprechender junger Acts wie Eaves, Mister and Mississippi oder auch Liza & Kay sorgte das A Summer’s Tale sicherlich für eines der besten und auch abwechslungsreichsten Festival Line-Up’s in diesem Sommer.

    Besonders zu erwähnen sind die Auftritte von Belle And Sebastian, die sich anscheinend etwas allein vor den Tausenden von Festivalzuschauern fühlten und kurzerhand das Publikum auf die Bühne zum Tanz baten. Momente, die sicherlich zu den emotional schönsten des Festivals gehörten.

    Oder auch Damien RiceDamien Rice, der alleine mit seiner Gitarre und seinen melancholischen Songs das Publikum begeisterte und zeigte, dass er zu den absolut größten Singer-Songwritern seiner Generation gehört.

    Beim Auftritt der US-Ikone Patti Smith kannte die Begeisterung gerade der älteren Festivalbesucher keine Grenzen und spätestens als die 69-jährige “Godmother of Punk” ihren Hit “Because the Night” spielte, hatte sie auch das restliche Publikum.

    Patti SmithAuch das Festivalgelände präsentierte sich wie angekündigt. Ein ausreichend großes Areal, mit einem etwas offeneren Teil, auf dem die Hauptbühne (Konzertbühne) und eine Zeltbühne (Zeltraum) beheimatet waren, eine Waldfläche in dem sich eine weitere kleine Bühne (Waldbühne) befand und an die angrenzend mit dem “Grünen Salon” noch eine kleine Bühne für Lesungen im Stile eines gemütlichen Wohnzimmers zu finden war.

    Außerdem gab es mit dem “Luhedeck” und dem “The Tale’s Cafe” noch weitere Bereiche die sowohl zum Verweilen einluden, als auch für Lesungen und anderen Aktivitäten dienten. Das entspannte Gechille am angrenzenden Bach ließ Urlaubsfeeling aufkommen und eine Vielzahl an individuell gestalteter Sitzmöglichkeiten, Ruhezonen etc., die auf dem gesamten Gelände und insbesondere um die kulinarischen Angebote des Festivals herum zu finden waren, sorgten für Entspannung weit und breit.

    Lesung Jochen DistelmeyerWas die kulinarischen Highlights angeht, setzte der Veranstalter auf Klasse statt Masse. Eine überschaubare Anzahl von Anbietern der sogenannten “Food-Truck” oder auch “Streetfood” Kategorie sorgten auf dem gesamten Festivalgelände für ausreichend vielfältige Essenmöglichkeiten. Dabei wurde auf ein umfangreiches Angebot von veganen/vegetarischen Speisen geachtet. Das ganze zu normalen Preisen und mit erträglichen Warteschlagen.

    Besonders ins Auge fiel auf dem gesamten Festivalgelände der Versuch, durch unzählige kleine Details den Unterschied zu anderen Festivals auszumachen. Hier wurden sicherlich gerade die skandinavischen Festivals als Vorbild genommen. Egal ob es die liebevollen Beschilderungen von Bühnen und allen möglichen Orten des Festivals waren, Kunstwerke aus Paletten, Sitzmöglichkeiten in Buntstiftform usw. Das A Summer’s Tale gehört mit Sicherheit bereits jetzt zu den am liebevollsten dekorierten Großveranstaltungen in Deutschland.

    A Summer's TaleNeben der Musik, den Lesungen, dem Entspannen und dem Essen kamen zusätzlich noch eine Vielzahl an Aktivitäten wie zum Beispiel Tischtennisspielen, Traumfängerbasteln, Siebdruck, Graffitisprayen und vieles mehr dazu, die den Festivalbesuch sowohl für Erwachsene als auch für Kinder zu keiner Zeit langweilig machten. Es war eher das Problem, an den möglichen Aktivitäten aufgrund des großen Andrangs, der begrenzten Teilnehmerzahl oder den nebenbei stattfindenden Konzerten teilzunehmen.

    A Summer's TaleInsgesamt muss festgestellt werden, dass der Weg, den der Veranstalter eingegangen ist, um ein reines Musikfestival zu einem “Wohlfühlerlebnis für die gesamte Familie” zu entwickeln, absolut aufgegangen ist. Das Festival hielt was es versprach und ist in der Form wohl einzigartig in Deutschland. Damit sollten auch Kritiker in Bezug auf den etwas erhöhten Eintrittspreis verstummen, denn das Angebot des “A Summer’s Tale” ist einfach nicht mit dem eines normalen Festivals zu vergleichen.

    Einen noch besseren Eindruck von der Vielfalt des Festivals bekommt ihr anhand unserer Galerie. Wir freuen uns auf das “A Summer’s Tale” 2016. (sm)

    Fotos: Doreen Reichmann

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