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3 Fragen an: Heaven Shall Burn

Heaven Shall Burn  kommen am 9. März in die Sporthalle. Hier freuten uns bereits sehr auf dieses Abenteuer. Bereits im August vergangenen Jahres haben wir sie uns in Wacken angeschaut. Und obendrauf getroffen und uns mit Christian Bass, seines Zeichens Schlagzeuger der Band, im Artist Village unterhalten.

Ihr seit ja noch alle normal Berufstätig, warum macht ihr jetzt nicht nur die Band und hört mit den Jobs auf ? Oder mögt ihr einfach nur gerne arbeiten? Normalerweise ist es doch das Ziel von jedem Musiker, berühmt zu werden, um nicht mehr den normalen Job nachgehen zu müssen und mit der Band könnt ihr doch vermutlich locker auch ohne Job überleben oder nicht?

Christian Bass: Das würde schon gehen, aber da müssten wir noch mehr spielen. Doch es hat mehrere Gründe. Zum einen ist das Musikgeschäft ja nicht mehr wie in den 70er, 80er Jahren, als man Millionen-schwere Plattenverträge bekam und nach zwei erfolgreichen Platten hast du die nächsten Jahre Ruhe, sondern du musst halt liefern liefern liefern und machen. Denn wir wären dann natürlich auch drauf angewiesen, dass man regelmäßig Geld bekommt. Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass das Musik-Geschäft kein Geschäft ist, von dem ich mich 100 Prozent abhängig machen wollen würde, weil da auch komische Charaktere rumlaufen. Wenn es gut läuft mit der Band hast du ganz viele Freunde, wenn es nicht so gut läuft kennt dich keiner.

So müssen wir nicht alles machen, wenn sich etwas nicht gut anfühlt, machen wir es einfach nicht, wir müssen nicht auf Tour gehen, um die Miete zahlen zu können, sondern können sagen “Das Package ist super, das Angebot ist gut, das machen wir, wir haben Bock darauf.” So wie es jetzt ist, ist es ein perfekter Ausgleich, ich bin ja zum Beispiel Berufsschullehrer und finde es super,  dass ich trotzdem so etwas wie Wacken spiele. Doch wenn ich dann wieder in der Schule bin und sage wir machen die “Räuber” von Schiller jetzt weiter, dann ist es völlig egal ob ich davor vor 90.000 Menschen gespielt habe, dann bin ich wieder der Deutschlehrer. So wie es es jetzt ist, muss ich nicht nur der Musiker und  nicht nur der Berufsschullehrer sein. Ich glaube, es würde mich verrückt machen, wenn ich mit derMusik aufgehört hätte um Lehrer zu sein, oder den Berufsschullehrer, um Musiker zu sein. Beides macht zwar Augenringe hier und da, aber es ist ein super Ausgleich.

Was könnt Nachwuchsbands noch mitgeben damit sie z.B. nicht die gleichen Fehler machen wie ihr?

Christian Bass: Bevor es überhaupt an Verträge, geht, würde ich erstmal überlegen, ob alle in der Band das gleiche wollen oder ob einer sagt “Ich habe eigentlich gar kein Bock auf Konzerte.” Oder auch “Ich mag euch gar nicht, ich habe eigentlich überhaupt keine Lust mit euch vier Wochen abzuhängen.” Denn man muss halt auch Leute haben, mit den man sich arrangieren kann, Bands müssen ja nicht immer beste Freunde sein oder bleiben, man muss halt auf Augenhöhe miteinander reden können. Ener der wichtigen Punkte, die ich sehe, ist das man sich nicht zu abhängig von einen Ansprechpartner macht. So das man z.B. nicht für fünf Platten bei einen Label unterschreibt, das gab es in den 90ern und den Fehler habe ich persönlich mal mit einer anderen Band gemacht.

Wichtig ist auch, dass man jemanden findet, der sich um Konzerte kümmert, der auch die Band im Blick hat und nicht einfach nur viele Bands noch drumherum hat, der vielleicht der Band auch schon eine Idee geben kann, was er mit ihr im nächsten Jahr machen möchte. Das ist ja auch das, was bei Heaven Shell Burn super funktioniert, es ist halt immer was in so einem Freundeskreis geblieben, zum Beispiel unser Management, das ist ein ganz alter Freund von uns, der früher im Erzgebirge im kleinem Club Shows gemacht hat. Der ist einfach dabei geblieben.

Wie war es denn für euch, als die Bildzeitung die Sache mit dem Inhalt von eurem Song “Hunters Will Be Hunted” so hoch gepusht hat?

Christian Bass: Ich sag mal so. Endlich war mal so ein Thema in der Bildzeitung, die Wortwahl war natürlich ein bisschen schwierig, aber es wurde ja jetzt kein Thema verfälscht. Wir wollten natürlich auch keine Jäger umbringen.

Interview: Daniel Scheibe