Der unter einigen Kollegen vorherrschende Enthusiasmus angesichts unser liebsten New Yorker Band ist wohl nicht mehr zu verbergen und sind wir ehrlich: Wir versuchen es auch gar nicht. Umso schwerer gestaltet sich das Meinungsbilden und in-Worte-fassen beim Hören der (endlich!!!) neuen Nada Surf Platte “The stars are indifferent to astronomy”. Ein schöner Titel, keine Frage. Erfunden hat’s der Vater von Sänger Matthew Caws, ein Philosophieprofessor. Doch ein schöner Titel überrascht bei Nada Surf weniger, interessant wird es dann eher beim ersten Track, denn auch wir finden: Huch, Nada Surf rocken ja tatsächlich wieder!
Vorsichtige Kritik mischt sich in die Vorfreude, denn “The stars are indifferent to astronomy” rauscht zunächst einfach am Hörer vorbei. Die Höhen und Tiefen, die kleinen Ecken und Kanten scheinen von der absolut hörbaren Freude der Band am Proben und Aufnehmen glatt überlagert zu werden. Es scheint allerdings nur so! Denn man muss der Platte einfach nur die Zeit einräumen, die ihr gebührt und nach und nach schleicht sich das besondere Gefühl ein, das doch immer der Grund war, warum man letztlich jede ihrer Platten lieb gewonnen hat: Man ist irgendwie zuhause.
Es gibt keine offensichtlichen Hits wie “Blankest Year” und kein “Always love”, aber “When I was young”, “Jules and Jim” und “Let the fight do the fighting” sind so sehr Nada Surf , wie man es für diese Platte erhofft hatte, wobei “Clear eye clouded mind” gar Gedanken an die rockigeren Tracks von “Let Go” und “The proximity effect” heraufbeschwört. Nada Surf haben mit “The stars are indifferent to astronomy” endgültig bewiesen, dass Matthew Caws Texten und vor allem Stimme eine entspannte und auch mal lautere Grundhaltung ganz wunderbar steht. Im Hinblick auf die Tour (27. Februar 2012 in der Markthalle, Tickets jetzt hier kaufen, solange es sie noch gibt!) erraten dann auch Neulinge recht problemlos, was sie erwartet: Mehr Rock als man bei Nada Surf meinen würde! (eh)
