Solange wie ein Spielfilm lassen Motorpsycho aus Norwegen zusammen mit Stale Storlokken uns ihren neuesten Musikwahnsinn genießen. Für manche mag es abstoßend sein, Jazz mit Progressive Rock zu verbinden. Die wollen nur kreischende Gitarren, wabbernde Bässe und lautes Schlagzeug. Aber Andere wissen die Kombination zu schätzen.

1989 nahmen Bent Sæther (Gesang, Bass) und seine Mannen ihr erstes Album “Lobotomizer” auf. Die damaligen Liveauftritte in kleinsten Jugendzentren Deutschlands sind längst Geschichte. 14 (!) Studioalben und zig Bandprojekte später, nun hauptsächlich instrumental, präsentieren Motorpsycho “The Death Defying Unicorn”.

Das erste Stück lässt bereits orchestrale Mächte erahnen. Und die Ahnung stimmt, die Streicher bleiben konstant und sind wunderbar aufmüpfig in “Into The Gyre”. Im 17-Minutenstück “Through The Veil” spielen sich Bläser und Streicher gegen Gitarren in die Ekstase und so bleibt es. Gegen Ende der 90 Minuten dann wieder typische MotorpsychoPhasen mit viel Gesang und quietschenden Gitarren. Schön gespickt mit Streicherarrangements und warmen Oboen hier und da. Das hier ist kein übliches Album der Woche, das ist neugedachter Indiejazz, absolut progressiver Rock im Einklang mit einem Orchester, musikalisch hochwertiges Liedgut! (tk)

 

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