… im Leben des Staring Girl Sängers und Songwriters Stefan Nibbe dürften eher dunkle Momente sein, wenn den Texten auf der neuen Platte der aus Hamburg und Kiel stammenden Band Glauben geschenkt werden darf. Auch das musikalische Arrangement lässt eher auf bedrückende Tage schließen. Dezent halten sich Schlagzeug und Gitarren zurück und lassen der Stimme des Sängers und seinen Texten den Vortritt.
So analysiert Nibbe in der Tradition derzeitig erfolgreicher Barden wie Gisbert zu Knyphausen detailverliebt das Leben: “Sieben Stunden und vierzig Minuten Schlaf, 20 Minuten nachdenken mit geschlossenen Augen und aufs Klo, Zähne putzen, in den Spiegel sehen…” dezidiert beschreibt er, was wir täglich morgens tun und während die Stumpfsinnigkeit des Alltags dem Zuhörer geradezu schmerhaft dämmert, zeigt er doch ein Licht der Hoffnung auf: “Zwischen den Tritten der Schuhe, mitten in der alten Tretmühle, fällt der ganze alte Scheiß der dich tagelang umschleimt von dir ab und liegt endlich vor dir, dass die Tür plötzlich aufspringt, die Melodie, die dir im Kopf singt.”
Bei genauem Zuhören wird deutlich, dass dies das Prinzip des neuen Albums zu sein scheint. Nibbe beschreibt ruhig die schönen oder eher grausamen Momente des Alltags, plädiert aber gleichzeitig gegen das Verfallen in die Depression: “Bitte warte auf die guten Gedanken und dann halt den Kopf still, damit sie nicht verwackeln.”. Eine Tour wird derzeit für Oktober geplant, vermutlich auch mit Pflichtstop in Hamburg. (ms)
