Geht das nur mir so beim Hören von “Projekt Seerosenteich (live)” (hier in Hamburg seinerzeit leider in der grauenhaften Alsterdorfer Sporthalle aufgeführt) dass dieses gefühlte Winderwunderkind Philipp Poisel immer wieder den Eindruck erweckt, dass Liebeskummer eigentlich gar nicht so schlimm aufzulösen ist? Dass Tauwetter ja nun einmal auch mit Sonnenschein zu tun hat. Dass der, die oder das Ex nicht nur beim Rotwein-Gelage, sondern auch mitten in der Familie am reich gedeckten Kaffeetisch Sonntags fuffzehn Uhr verhandelt werden kann.
Wir reden ja schließlich von der normalsten Sache der Welt hier, vom Kommen und Gehen zwischen den poetischen Zeilen der vergangenen, hauchzart & bittersüß rearrangierten Tournee. Von der Tour mit den zig verschiedenen Bühnenbildern, die sich der irgendwie ja manchmal etwas linkisch wirkende Poisel so mit seinen fünf Freunden hat einfallen lassen. “Ein Künstler – kein Popstar” kokettiert das Promoblatt mit warmen Worten und hat ja auch widerspruchslos recht damit. “Projekt Seerosenteich” erscheint am 17. August, nimmt den Herbst im Auge des Sturms vorweg, rührt in der Tasse und hinterlässt manchmal schleierhafte, milchige Spuren im tiefen Schwarz. Und manchmal krümelt es sogar ins Bett. (kel)

Ein Kommentar
Und dann war er noch Überraschungsgast in der samstäglichen Pop Bar in Haldern!