Ist mal eine Aussage, die ganz passabel nach Kummerkasten klingt, oder? Dabei markiert sie ganz im Gegenteil die erste berufliche Begegnung des DJ, Produzenten und Autoren Hans Nieswandt aus ursprünglich Mannheim mit der Knef aus Berlin. 2002 war das in seinem ersten Knef-Remix-Werk und im Todesjahr der Künstlerin zugleich. Wie es sich für alle postmodernen Variationen rund um die unbeugsame Stimme ihrer eigenen Legende gehört, müsste “Remixed” (VÖ war am 14. September) eigentlich den Knefschen Untertitel “Meine Lieder sind anders” tragen. War jedoch schon vergeben. Keineswegs vergebens aber soll jetzt unser Aufruf sein, sich diese Edel-Zartbitter-Melange aus diesen (jetzt zitieren wir dann doch mal) “kernsanierten” Knef–Originalen sofort anzuschaffen.
Wo andere nämlich Haufen über Haufen drüber spachteln, nimmt Nieswandt den originalen Mörtel der Sechziger und Siebziger, mixt die bestens erhaltenen Grundzutaten, fügt verblassten Farben nur ein paar neue Kontraste hinzu und wirbelt dem Phoenix mal ordentlich die eigene Zigarettenasche um die Nase. Nieswandt-Remixe haben stets etwas würdevolles, das wussten wir auch schon lange vor “Remixed”. Und wenn es unter einer Verbeugung vor der großen Dame natürlich nicht geht, darf vor Hans Nieswandt aber mindestens mal der Hut gezogen werden. (kel)
