“Babel”, kurze Exkursion für alle nicht sonntäglich in der Kirche Sitzenden. Da bauten die Menschen einen Turm in den Himmel um Gott näher zu sein, was dazu führte, dass sich Gott überlegte: das geht so nicht und die Strafe war, dass hinterher alle eine andere Sprache sprachen und keiner mehr den anderen verstand. Wer jetzt in Anbetracht des zurückliegenden Hypes denkt: Moment, vergötterte Mumford & Sons bauen sich einen Turm und jetzt versteht sie keiner mehr, dem sei gesagt: keine Angst! “Babel“‘ ist der alte Freund, den man lange nicht gesehen hat, von dem man lange nichts hörte, nur die alten Geschichten kannte. “I Will Wait“, der Anruf, mit dem er sich nach langer Zeit mal wieder meldete, kennt man inzwischen. Dann ist er plötzlich da und es ist alles wie immer. “Holland Road” und “Lover Of The Light”, immer noch die alte Vertrautheit, ewig nicht gesehen und man hat sich dennoch abendfüllend alles Mögliche zu erzählen.

Mumford & Sons mussten ihr eigenes Rad nicht neu erfinden, kein ach so schwieriges, zweites Album aufnehmen, alles was man erwartete, war, diesen alten Freund mal wieder zu treffen, zu hören, was er zu erzählen hat und diese Vertrautheit wollte man wieder haben. Keine Überraschungen, aber auch keine Enttäuschungen. Bei der ersten Umarmung schon wissen, dass sich nie etwas ändern wird, dass man immer noch dieselbe Sprache spricht, egal, wie hoch der Turm noch wird. Und wenn einem das Ganze schon längst in Fleisch und Blut, Herz und Ohr über gegangen ist, dann hört man sich zum xten Mal mit einem Lächeln “I Will Wait” an und denkt: genau, ich werde warten, bis er sich wieder meldet, der alte Freund, der immer irgendwie da ist. (mh)

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