Das Swim Deep-Konzert auf dem Reeperbahn Festival 2012 kann eindeutig als eines der stärker in Erinnerung bleibenden beschrieben werden. Vier Jungs, offensichtlich haben sie sich schon an dem einen oder anderen alkoholischen Getränk erfreut, betreten in abscheulichen 90er-Klamotten die Bühne des Molotow. Stylisch ist definitiv was anderes, dafür ist es erfrischend ehrlich, denn wer will schon den 1000. Skinny-Jeans-Hipster ungelenk am Mikrofon rumstaksen sehen?
Die Birminghamer spielen eine Art Surf Rock, der teilweise auch schon als Beach Grunge bezeichnet wurde. Besonders gut wird er, wenn Sänger Austin Williams die Zeilen “Fuck your romance I wanna pretend that Jenny Lee Lindberg is my girlfriend” oder ”With the sun on my back it’s a nice day†aus ”King City†singt. So eingängig und beim ersten Hören einnehmend war lange kein Song aus dem groben Indie-Gitarren-Band-Umfeld mehr.
Das Publikum im Molotow konnte sich nicht über Langeweile beklagen. Es wurde Bier ins Publikum gespritzt und beim letzten Lied schmiss sich der Sänger sogar ins Schlagzeug. Nirvana-Hommage? Auch die neueren Singles “Honey” und “The Sea” lassen das Potential von Swim Deep deutlich werden. Deshalb freuen wir uns nicht nur auf das von Charlie Hugall (z.B. Florence & The Machine) produzierte Debütalbum, sondern auch auf den Auftritt am 09. Mai in Hamburg – mal wieder im Molotow. (ak)
