Bald ist Halbzeit. Des Jahres. Wir blicken aber erstmal nur einen Monat zurück. Auf die Konzerte des Monats.
Joey Cape’s Bad Loud (3. 5., Molotow) Ein Abend, vier Bands, immer wieder Joey Cape, komplett falsche Reihenfolge, überraschend gut und nur manchmal bad loud. Aber vor allem: Zu kurz! (eh) *** Junip (6.5., Uebel & Gefährlich) Bei aller Verehrung für die Herren Musiker, Junip live im Club ist irgendwie weder Fisch noch Fleisch. Es rockt (logischerweise) nicht, es folkt irgendwie so ein bisschen, es ist zu leise fürs Lautsein und zu laut für ganz leise. Bestuhlt wäre bestimmt toll. Aber klar, wo sollen sie dann in Hamburg spielen? Seien wir ehrlich – es war leider langweilig. Ich würde locker 5 Junip Konzerte für 1 José González Konzert eintauschen. (kw) *** Cold War Kids (7.5., Uebel & Gefährlich) Der Support namens Miles Greene war leider nicht so optimal abgemischt, aber ganz zauberhaft. Im Gegensatz zu den Cold War Kids: Die haben wohl vergessen, dass sie “Mine is yours” einst schrieben. Mag manch einen vielleicht erfreuen, war aber unausgewogen: Entweder alt oder neu, doch wo ist die Mitte? (eh)
Frank Turner (7.5., Knust) Große Erwartungen sind immer riskant – aber nicht beim Turner. Dieser Typ lebt und atmet seine Musik, genießt das Spielen und lässt es alle im ausverkauften Knust spüren. Die perfekte Location für diesen sympathischen Rocker. Schade nur, wenn Leute mit permanentem, lautstarkem Gelaber nerven und dann noch pikiert tun, wenn sich Umstehende beschweren. (ds) / Volle Power auf der Bühne, trotz angeblichem Kater! Turner gibt alles und das Publikum gibt alles zurück. Grandiose Show! (fh) *** Larry And His Flask (7.5., Knust) Bekommt ein Support-Act eine eigene Erwähnung? Hell yeah, wenn sie so verdammt geil sind wie die Folk-Swing-Gypsy-Punkrocker aus Oregon. Zugabe-Rufe nach der Vorband lügen nicht, oder? (ds) *** Herrenmagazin (9.5., Kleine Freiheit, Osnabrück) Vatertag. Kratzt mich wenig, könnte aber den hohen Frauenanteil im Publikum erklären. Love A meckern zunächst, wie Love A eben immer was zu meckern haben. Danach (für mich) das mit Abstand beste von insgesamt noch zwei weiteren Konzerten in Bremen und Hamburg (inklusive Albrecht Schraders “Bar-Jazz”-Ausflug und Muttertag). Herrenmagazin im “Schönheit der Chance-Modus”. (kel) *** Ghostpoet (9.5. Uebel & Gefährlich). Seit langem mal wieder eine Support-Entdeckung: Cloud Boat im Vorprogramm von Drum’n’Bass-Postrock oder Drum’n’Postrock oder Post-Drum’n’Rock? Egal – genial! Ghostpoet selbst überzeugte mit sympathischer Art, sehr intensivem Sound und magischer Clubatmosphäre. Unbedingt die Tour im Herbst auschecken! (acr)
Swim Deep (9.5., Molotow) Blumen, Indie-Girls und gelangweilte Engländer auf der Bühne. Die sympathischere und hungrigere Band spielt in der Bar oben drüber … (dr) *** Kites and Komets (9.5., Molotow Bar) Welch Spielfreude, synchrone Drummer, bitte mehr davon! (dr) *** Passion Victim (10.5., Knust) Schade dass nicht mehr Besucher den Weg ins Knust gefunden haben. Steve Blame, Woodlands, Benjamin und Kissaway Trail nehmen es gelassen und wissen zu gefallen. Nächstes Mal bitte wieder vollzälig erscheinen! Lohnt sich. (dr) *** TV On The Radio (10.-13.5. Camber Sands UK) Familiäre, intime und emotionale Stimmung beim All Tomorrow’s Parties Weekender von TV On The Radio. Besonders überzeugten Thee Oh Sees, De La Soul, Death Grips, Dark Dark Dark und El-P. Highlight war natürlich der Auftritt der Gastgeber selbst. Großes Tennis und Airhockey an Englands Küste. (acr) *** Bring Me The Horizon (10.5., Grünspan): Schon nach einer Stunde und genau einer Zugabe war die Show auch schon wieder vorbei. Nicht besonders gut, nicht besonders schlecht, aber dennoch viel zu kurz. (fh) *** Strung Out (12.5., Headcrash) Schlecht besucht, mieser Sound und zwischendrin fällt dem Drummer der Banner auf den Kopf. Band und Publikum aber feiern trotzdem. Oder genau deshalb … (mf) *** Herrenmagazin (12.5., Uebel&Gefährlich): Eine gut gelaunte Band begeistert ein gut gelauntes Publikum. Herrenmagazin wie immer großartig! (fh)
The Pigeon Detectives (16.5., Molotow) Eine Band mit gut gelauntem Rampensau-Frontman, der vom Schlagzeug bis zur Theke alles besteigt, was nicht weglaufen kann. Ein Publikum, das vom ersten Song an springt und tanzt und nur ne Pause macht, um nen Schluck Bier zu nehmen. Und das alles in einer kleinen, intimen Location. So geht Rockkonzert. Genau so. (ds) *** Mary Roos (17.5., Gruenspan) Choreografie und ein angenehmes Maß an Koketterie umrahmen die “neue” Mary Roos. Jenseits vieler Konventionen, abseits heiler, rosa Welten und doch nicht ohne Sehnsüchte. Nach neunzig kurzweiligen Minuten dann nicht ohne den Klassiker “Hamburg im Regen” vor die Tür. Sympathisch. (kel) *** Sin Fang & Pascal Pinon (17.5., Hafenklang) Der Support war noch auf der Autobahn, also musste Sin Fang zuerst auf die Bühne. Selten hat man den Isländer so häufig lachen gesehen, ein wunderschönes neues Album und sowieso ein gelungener Auftritt. Zu Pascal Pinon bitte jemand anderen fragen, das war einfach zu spät… (eh)*** The XX Day & Night (18.5., Spreepark, Berlin) Mount Kimbie und Chromatics bezauberten trotz Kälte und nassen Füssen. Jessie Ware nervte ob der Popattitüde, The XX warfen alle um. Sound großartig, Atmosphäre ging nicht besser, Gänsehaut trotz Massenevent. (tk)
About Songs Festival (19.5., Knust) Ein Festival nur mit ruhiger Musik. Gewagt, aber gelungen umgesetzt. Persönliche Highlights: Talking To Turtles und Town of Saints. Großartiges Publikum, tolle Bands, grandiose Stimmung. (dr) *** Two Gallants (22.5., Knust) Lang lang ist’s her, aber sie sind noch in guter Erinnerung, denn das Konzert ist sogar ausverkauft und der Teaser bei Michelle Records sehr gut besucht. Hamburg got the Blues. (dr) *** Francis International Airport (24.5., Turmzimmer) Die Wiener haben viel Konkurrenz am Abend und finden nur wenige Besucher den Weg ins Turmzimmer, es lohnt aber. Viel Gefrickel und auch ein par tanzende Menschen. (dr) *** í“lafur Arnalds (25.5., Kampnagel) Verlegt in den kleineren Saal, aber dafür trotz Fußball schön voll. Wie konsequent so viele Leute gemeinsam schweigen können… alles um der Klassik des Isländers zu lauschen: Streicher und Klavier und immer wenn man fast weggenickt war, on top die richtige Menge an Elektro-Einlage. Oder wie Arnalds sagen würde: Techno. Denn selbigen gab’s anschließend noch aufgelegt von Arnalds im Golem! (eh)
The Kabeedies (25.5., Molotow) Die Frage drängt sich auf: Wo ist die Sängerin hin? Egal, man gewöhnt sich schnell an die Stimme von Gitarrist Evan, kein Wunder, denn man spielt vor allem neuere Songs. Das Publikum ist fast durchweg weiblich, was aber weniger an Evan, sondern vielmehr am gleichzeitig stattfindenden Champions League-Finale liegt. (dr) *** Bruce Springsteen & The E-Street Band (26.5. Olympiastadion München) Ob Sturm, Wolken oder Regen: Springsteen und Band liefern ab – wenn auch diesmal unter den üblichen drei Stunden (“nur” 2:45). Auf der diesjährigen “Wrecking Ball”-Tour spielt die Band Überraschungs-Sets, da kann schon mal ein ganzes Album, hier “Born in the USA”, am Stück gespielt werden. Vorher und nachher die Klassiker. Der Boss ist zeitlos und von Die-Hard-Fan bis Nachwuchs sind alle happy. (acr) *** Mudhoney (27.5., Fabrik) Leute mit Holzfällerhemden, Nirvana-Pullis, Melvins-Shirts und langen Haaren feiern eine noch immer grandiose Band und grandiose Klassiker wie “Touch Me, I’m Sick” und “In ‘N’ Out Of Grace” ab und springen am Ende Arm in Arm von der Bühne. (mf) / Grunge is dead. Es lebe Mudhoney! (kw) *** Dear Reader (27.5., Uebel&Gefährlich) Wow, Cherilyn beeindruckt mit ihren fast akzentfreien Deutschkenntnissen, wohnt sie doch schon seit 3 Jahren in Berlin. Sie stellen vor allem Songs aus dem neuesten Album vor, was vorwiegend um geschichtsträchtige Stories aus ihrer Heimat Südafrika handelt und mehrstimmig gesungen wird. Am Ende will man Dear Reader nicht gehen lassen und sie kommen gern ein drittes Mal auf die Bühne. Toll toll toll (dr) *** Sportfreunde Stiller (29.5., Große Freiheit 36) Zwei Stunden, drei Zugaben, 24 Songs, eine Weltpremiere (“Lederjacke”) und Peter springt vom Balkon. Drei Müncher in Hamburg und 1.300 Hamburger liegen ihnen zu Füßen. (mf)


Ein Kommentar
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Flo