William Shatner krümmt Raum, Zeit und auf “Ponder the Mystery” sein eigenes Leben in der erzählerischen Draufschau. Dass dafür das Genre Progrock herhalten
muss, wird vielleicht nicht jedem gefallen. Und dass der Raumschiff-Cowboy diesmal gänzlich ohne Coverversionen auskommt, macht die Sache in dem Falle auch nicht notwendigerweise sehr viel besser. Denn irgendwie hatte man sich doch genau das insgeheim vielleicht wieder … sagen wir, ein wenig erhofft, wie schon teils auf “Seeking Major Tom” aus 2011. Coheeds komplettes “In Keeping Secrets of Silent Earth: 3” zum Beispiel? Aber nö.
Nach Pulp, Bowie und U2 jetzt also doch nicht Pink Floyd und Konsorten zum Captains Dinner. Immerhin aber sitzen ja mit Wakeman & Vai, Edgar Froese oder Al Di Meola Typen mit am Tisch, die etwas vom musikalischen Transporterraum verstehen. Sogar der verstorbene George Duke ist auf “Ponder the Mystery” noch vertreten. Nur wollen Shatners obligatorischer, teilzeitreflektiver (aber nur selten depressiver) entschleunigter Sprech und das voraussehbare Gegniedel nicht so recht miteinander. Bleibt trotzdem immer noch der Bonus des irgendwie ja doch unangreifbaren Mannes. Ohne jedes falsche und unangebrachte Mitleid. (kel)