Ruhig ist es hierzulande in den letzten Jahren um Maria Solheim geworden. Bis zum Ende der 2000er Jahre war sie regelmäßiger Gast in hiesigen Clubs und verzauberte ihre immer grösser werdende Zuhörerzahl durch schöne Geschichten, die luftig klangen, aber tiefgründiger wurden, wenn man sich mit den Texten zu beschäftigen begann. Neben der Musik schrieb Maria Solheim in dieser Zeit ein Buch und stellte ihre Kunst aus, bis nach der Tour zum 2006er Album “Will there be spring” plötzlich Schluss war und sie völlig von der Bildfläche verschwand.
Gesundheitliche Gründe führten zu diesem Rückzug, der zur Familiengründung genutzt wurde. 2009 erschien dann wieder ein kleines musikalisches Lebenszeichen: Ein Duett mit Hank von Helvete, seines Zeichens ehemals Shouter bei Turbonegro, in norwegischer Sprache, welches mit Platin ausgezeichnet wurde. Ansonsten blieb es ruhig um sie.
2012 erschien zuhause in Norwegen dann “In the Deep”, ihr fünftes Album in 12 Jahren. Doch sie lässt es ruhiger angehen: So gibt es keine Videos zu diesem Album und hierzulande wurde es erst kürzlich, mit über einem Jahr Verspätung veröffentlicht. Das Album wurde von Nick Terry produziert, der bereits für die Libertines, Turbonegro oder die Klaxons arbeitete. Allesamt nicht unbedingt die Hausnummern, die man mit Maria Solheim in Verbindung bringen würde, aber genau dieser Gegensatz macht die Sache auch interessant und so hebt sich das (nicht mehr ganz so) neue Werk auch von seinen vier Vorgängern durch eine grössere Vielfalt ab und hat vor Radiopop-Ausflügen genau so wenig Respekt, wie vor lauteren Tönen, die man so von Maria Solheim noch nicht kannte. Eine Platte, der man zuhören, oder zu der man tanzen kann, beheimatet zwischen Chansons, Folk, Pop und Rock-Anleihen. 18. März | Prinzenbar. (nsc)
