Nicht nur dass hier beim allerersten Anschauen, Halten und Anhören des Albums “Shake ´Em Blues” haptisch gerade einiges an sehr viel früher erinnert. Nö. The Last Things, diese ehrenwerte, ungewaschene Hamburger Gesellschaft aus ehemaligen OneTwoThreeFour und Tigerbeat-Helden geben tatsächlich genau da Retro-Gas, wo irgendwann mal Vatis Plattenregal in irgendwelchen Muttischmonz morphte.
Wer nicht gar so lange zurück denken mag, kann aber auch gerne die wunderbare Berliner Haeusler-Kommune Plan B als Koordinate ins Feld schicken. “Most Convincing Fake” unterstützt diese steile These. Aber tief und grau ist alle Theorie. Und im eigenen Keller lässt sich Staub noch immer am allerbesten aufwirbeln. Nur ein einziger Song erreicht die Vier-Minuten-Grenze, manchmal scheppert es so herrlich, dass man Dosenbier dazwischen zischen möchte (was der schon zitierten Haptik wegen ohnehin dringend zu empfehlen ist) und nach knappen 38 Minuten ist die Fresse-Messe dann auch schon gelesen. Wer dann den Weg zurück auf Anfang nicht findet, ist selbst schuld. Gilt keinen Fingerbreit weniger für das Album-Release-Konzert am 11. April im Molotow. (ptk)
