Sommer, endlich Sonne und Zeit der Festivals und Wiesen-Konzerte. Aber auch in den Clubs sowie außerhalb Hamburgs spielte die Musik. Wir waren wieder gut beschäftigt und haben unsere vielfältigen Eindrücke hier zusammengefasst:
*** Broilers (1.6., Markthalle) Die Düsseldorfer Superstars luden in den kuscheligen Noir Beach Club und spielten – nach dem im Foyer live erlebten und mit vielen fremden Menschen gefeierten Klassenerhalt – einen natürlich großartigen Gig.
Alle Hits, unfasslich viel Schweiß, ganz viel Liebe. Punkrock deluxe. (mf) *** Bayside (2.6., Hafenklang) An diesem Abend spielten Bayside ihre tatsächlich erste Headliner-Show in Hamburg. Eine Stunde zockten sie sich durch ihre Geschichte, bauten ein lässiges Blondie-Cover ein und spielten ein am Ende souveränes Punkrock-Set. Machte Spaß! (mf) *** Bayside (2.6., Hafenklang) Die Jungs aus Long Island, New York waren endlich mal nicht als Support hier und spielten ein Headliner-Set, dass kaum Wünsche offen ließ. Mein aktueller Liebling “Stuttering” war auch dabei. Ein glücklicher Alternative-Punk-Rock-Abend, den ich mit einem breiten Lächeln
auf dem Gesicht verbrachte. (cR)
*** Foo Fighters (3.6., o2 World) Einfach LE-GEN-DÄR! Da fehlen einem glatt die Worte. Es war sooo gut. Die Erwartungen an Dave Grohl und die Foo Fighters waren hoch und wurden dennoch übertroffen. Einfach genial. Die Band, die Spiellaune, das Publikum, die Hits. Das bockte. Richtig geil! (cR)
*** Faith No More (6.6., Zitadelle Berlin) Auswärtsspiel. Aber wenn Faith No More schon mal in D-Land sind, dann wird das ausgenutzt. Und sich weitere 90 Minuten Klassiker und neue Lieblingslieder live gegeben, 90 Minuten alte Helden, arrogante Helden, liebe Helden. Klasse Konzert natürlich, starke Stimmung und eine deutlich schönere Location als in Hamburg. (mf)
*** Lunatic Festival (6.6., Uni Campus Lüneburg) Mein erster Besuch beim ausgesprochen schönen und liebevoll gestalteten Lunatic Festival, wenn auch nur am zweiten Festivaltag. Dort die tollen Helgen, die wunderbaren Intergalactic Lovers und als Entdeckung die fantastischen Berlin Syndrome gesehen und entschieden: Wir kommen im nächsten Jahr wieder, weil das Lunatic ein bisschen aussieht, wie das Roskilde Festival, nur eben kleiner und familiärer. (nsc) *** Dolomite Minor, Eagles Of Death Metal (6.6., Markthalle) Die Vorband großartig. Schlagzeug, Gitarre, düster-guter Gesang, das wird groß. Dann sweet Jesse auf der Bühne, kaum einen Song gespielt schon liegen alle zu Füßen. Selbst die Männer munkeln der sei sexy. Sexyness hin oder her an musikalischem Hochgenuss fehlte es. Gestört hat das aber nicht, es gab Hits, es gab Entertainment. Auch so soll und darf ein Konzert mal sein. Hot. (tk)
*** Liza&Kay (10.6., Knust) Liza&Kay haben ihr Debutalbum veröffentlicht und feiern dies im sehr gut gefüllten Knust mit Tom Klose als Support und einem sehr liebreizenden Konzertabend. Wunderbar verträumt. (nsc) *** Die Höchste Eisenbahn / Game Ove & die Spielfiguren (12.6., Zirkuszelt im Schanzenpark) Der Sommer guckt kurz in der Stadt vorbei und mit ihm zwei Klasse-Bands: Game Ove prädentiert mit Band zunächst neues und sehr tolles Songmaterial (unten dazu mehr), während Die Höchste Eisenbahn sich auf das bekannte Songmaterial verlässt und leider noch keinen neuen Ton hören lässt. Trotzdem ein schöner Abend und die kleinen Wortgefechte von Francesco Wilking und Moritz Krämer sehr erfrischend. (nsc)
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Eyehategod (13.6., Bremen, Tower) Alt geworden sind die einstigen Sludge-Meister aus New Orleans. Wenig Menschen sind auch da. Trotzdem wird die Bühne belagert und das Bad in der Moshmenge genommen, Bierdusche inklusive. Das war dreckig und gut. (tk) *** Life Of Agony (16.6., Markthalle) Die Band verlässt die Bühne. Die Leute rufen nach Zugaben. Das Licht geht an. Die Leute rufen nach Zugaben. Das Schlagzeug wird abgebaut. Die Leute rufen nach Zugaben. 75 Minuten meisterhafte Life Of Agony liegen hinter ihnen, 75 Minuten Leidenschaft, Kraft und eine Band in Höchstform. Joey als Einheizer, Sal als zu Fleisch gewordene Lässigkeit, Mina als bestens gelaunter Mittelpunkt. Was ein Konzert, wieder einmal meisterhaft. (mf) *** Luckless (16.6., Hasenschaukel) Versteht kein Mensch warum Ivy Rossiter, die gerade alleine als Luckless tourt, so wenig Publikum hatte. Göttliche Stimme und Gitarrenspiel, als hätte sie nie was anderes gemacht. Dazu ein Songwriting deluxe. Wer da war, darf sich glücklich schätzen und ging verzaubert nach Hause. Umwerfend, bestes Konzert der ersten Jahreshälfte. (tk)
*** The Gaslight Anthem (19.6., Scheeßel, Hurricane Festival) Man stelle mich vor eine Bühne auf der The Gaslight Anthem spielen und ich gestehe, ich bin, was die Beurteilung angeht, nicht wirklich objektiv. Natürlich war es mir eine Freude, die Jungs wieder zu sehen und ganz klar waren sie fantastisch. Das Set, welches sie gespielt haben war extrem rockig. Es gab enorm viele knackige und treibende Lieder aus dem Repertoire der Jersey-Boys. Ehrlich gesagt, kann ich nicht glauben, dass es jemanden gab, dem das nicht gefielt. Ich für meinen Teil war happy! Und das trotz des Regens, der während der Show immer stärker wurde. (cR) *** Future Islands (19.-21.6., Scheeßel, Hurricane Festival) Das Line-up war wahrlich etwas unspektakulär, aber es gab trotzdem ein paar Perlen auf dem Festival in Scheeßel: Auf der kleinen, roten Bühne spielten am Samstag Future Islands und das war ein Fest! Sänger Sam Herring ist wie gewohnt dramatisch über die Bühne getanzt: Ausfallschritt links, Ausfallschritt rechts, in den Hocke und Füße nach oben. Und das alles in verboten enger Hose plus 80er Jahre-Hemd. Das absolute, definitive, glasklare Highlight der drei Tage Festival! (eh)
*** Black Rebel Motorcycle Club (19.-21.6., Scheeßel, Hurricane Festival) Highlight Nummer zwei in Scheeßel: BRMC haben ihr Set unglaublich cool gespielt, Gitarrenposing und nuschelige Ansagen inklusive. Wie auch immer die vielen jungen Besucher des Hurricanes die Show fanden – das vorwiegend ältere Publikum an der roten Bühne war jedenfalls zurecht völlig begeistert. (eh) *** Best Kept Secret Festival (19-21.6., Hilvarenbeek, Niederlande) Öfter mal zu neuen Ufern aufbrechen und dabei schönes entdecken: Das BKS ist noch jung, fand erst zum dritten Mal statt, und bietet alles, was ein gutes Festival ausmacht. Tolles Lineup, sehr schönes Gelände, angenehmes Publikum. Davon will man mehr und deswegen kommt in ein paar Tagen auch ein umfangreicher Rückblick auf dieses Wochenende. (nsc)
*** Faith No More (23.6., Sporthalle) Sicher, gute 80 Minuten sind nicht viel. Aber wenn von diesen 80 Minuten jede einzelne aufregend war, weil sich Faith No More noch einen Zacken leidenschaftlicher als in Berlin zeigten und wenn es zum Abschluss das grandiose Bee Gees-Cover “I Started A Joke” gab, dann war das trotzdem ein außergewöhnliches tolles Konzert! (mf) *** Olli Schulz (23.6., Rote Flora) Auch Olli Schulz stellt sich in den Dienst der guten Sache und unterstützt mit einem Benefiz-Konzert die Flora. Daumen hoch dafür und auch für ein sehr erfrischendes Konzert. Wir erleben einen Olli Schulz, der nicht nur sein normales Bühnenprogramm abzieht (das ja schon unterhaltsam genug ist), sondern eine noch lockerere Atmosphäre, inklusive T-Shirt-Tausch (“Ist das hier politisch in Ordnung oder schon Sexismus”?) und Stagediving der beiden Band-/Crew-Damen, die dieses Erlebnis beide erstmalig erfahren dürfen. Natürlich ist es immer schade, wenn bei weitem nicht alle Besucher in die Flora passen, aber wie gut ist es, so einen Ort in dieser Stadt zu haben! (nsc)
*** Curse (25.6., Zirkuszelt im Schanzenpark) Zwei Drummer, ein DJ, ein Curse – das Deutschrap-Urgestein reiste sympathisch, authentisch und leidenschaftlich durch seine Karriere, ließ kaum einen Klassiker aus und machte rund 100 Minuten unfasslich viel Spaß. (mf) *** Motorpsycho (27.6., Gruenspan) Gitarrenbrett und schüttelnde Mähnen. Männerchor und Frauenunterbesetzung im Publikum. Alles in allem, so wie gewünscht. Und alle so: Oh, this loneliness before me. (tk)
*** Game Ove & die Spielfiguren (28.6., diverse Orte) Immer voller guter Ideen, dieser Game Ove. Bei der Radtour zum crowdfunden des neuen Albums wurden verschiedene Stationen angefahren, an denen es neben Jonglage und Rätselraten auch immer wieder Musik zu erleben gab. Dabei waren Mitglieder von befreundeten Band, wie Torpus & the Art Directors, Helgen oder Staring Girl. Nach abschließendem Abendmahl am Deich ging es dann in die Honigfabrik zum Konzert von Ove & seinen Spielfiguren. Ein famoser Tag, den man gerne Murmeltiermäßig immer wieder erleben möchte. (nsc) *** John Garcia (28.6., Klubsen) Natürlich mit Sonnenbrille und im zugeknöpften Hemd kommt Monsieur Garcia auf die Bühne spaziert. Er bringt einige wenige Kyuss Hits und seine Solosachen. Mir reicht das. Irgendwie war er genervt, was aber wohl wenige gestört hat, er wird bejubelt und lässt sich gar zum Signieren herab. Starallüren wie manch Brite. (tk) *** Crocodiles (30.6., Molotow) Den Abschluß des Konzertmonats bilden die Crocodiles aus San Diego im Molotow. Gewohnt energiereich und ein wenig albern bratzen sie sich durch ein feines Noise-Pop Set, das a) ein wenig länger hätte sein dürfen, b) durchaus ein paar mehr Zuschauer verdient hätte und c) mit einem ziemlich tollen Plastic Bertrand – Cover, natürlich “í‡a Plane Pour Moi” endete. (nsc)
