cdm_StillInSearch

Was war denn letzten Monat bitte schon wieder alles los!? Wir sagen’s Euch. Von wegen Sommerloch und so. Hier gibt’s den Rundum-Rückblick fein säuberlich:

*** Ryan Adams (1.7., Docks) Zuerst war da diese unfassbare Hitze, dann ein sehr öder Support und dann Ryan Adams, der alles weggeblasen hat, der die coolste Sau ist, die eine Gitarre halten kann, der die besten Ansagen macht (“You want that Song? Normally I strike out audience wishes from the setlist”) und sowieso das schickste Bühnenbild seit langer Zeit hatte und alte, funktionstüchtige Spielautomaten als Amps benutzte. (nsc) *** Julie Doiron (3.7., Hasenschaukel) Die Frau wird nicht müde mit ihren Songs über Herzschmerz und Liebeslust zu verzaubern. Brüllendheiß in der Butze, aber egal, Frau Doiron macht das wunderbar, der Ehemann als Begleitung, aber am Schönsten ist sie solo. Sowieso und an der Gitarre erst recht. Heiß und gut war das. (tk) *** Still In Search (4.7., Zirkuszelt im Schanzenpark) Die Erwartungen waren nach den vollmundigen Ankündigungen (auch von uns) hoch und wurden auf allen Seiten übertroffen: Das Zirkuszelt ausverkauft, die Show wirklich nahezu perfekt in Optik und Akustik. Die tollen Songs der Band, zum Teil umgearbeitet, dazu immer wieder Artisten mit auf den Punkt genau einstudierten Nummern, tolles Licht, zusätzliche Musiker, strahlende Menschen überall. Es wird lange dauern, bis wieder jemand an dieses Niveau herankommt. Solche Shows erwartet man sonst von großen US-Stars in der O²World (oder wie sie gerade heißt). Das war einfach mal ganz großes Kino! (nsc)

cdm_ASD*** ASD (6.7., Knust Lattenplatz) Kurzfristig angekündigt, dieses Showcase von Samy Deluxe und Afrob, die als ASD nach schlappen 12 Jahren ihr zweites Album rausgebracht haben. Der Lattenplatz proppevoll und die ganze Blockparty ein einziger Abriss, inklusive Samy & Afrob-Klassikern und natürlich den alten & neuen ASD-Bomben, bis die Polizei einschritt, den Spaß beendete und die gut gelaunten Herren ASD noch Autogramme gaben. (nsc) *** cdm_TorpusOther Lives, Sarah und Julian (9.7., Molotow Club) Tut mir fast schon leid, aber dann auch wieder nicht. Sarah und Julian, Geschwister des Gitarrengesäusels kommen bei mir nicht an. Viele Hipster scheinen das anders zu sehen und belagern die ersten Reihen. Dann Other Lives, die Antipathie zum Sänger teile ich mit mehreren anderen, aber die Band als Gesamtpaket indierockt sich in Ohr und Herz im Nu. Musikalisch hochwertig und zum Glück bald schon wieder zu erleben, als support von Belle & Sebastian im November. Hin!(tk) *** Torpus & the Art Directors (13. & 20.7., auf der Straße) Die Torpedos auf Strassenkonzerttour, unterstützt von einem Hopfenkaltschalengetränkeanbieter aus Jever. Da bleibt keine Kehle trocken: Erst wegen mäßigem Wetter im Altonaer Bahnhof, eine Woche später bei bester Sonne im Park Fiction. Beide Male dabei: Große Spielfreude, tolle Coversongs von Dan Mangan und A.A. Bondy und natürlich das aktuelle Album “The Dawn Chorus”. (nsc)

Nada Surf // (c) Doreen Reichmann*** Nada Surf (11.7., MAMF Stade) Lang ist es her, dass unser aller Lieblinge Nada Surf das letzte Mal als vollständige Band auf der Bühne standen. Endlich wieder die Songs mit Wums und die Band war auch gut drauf – wäre der Sound dazu noch akzeptabel gewesen, hätte es ein wirklich wunderbares Konzert werden können. Trotzdem war es toll, die Band mal wieder zu sehen und die vertrauten Songs in komplettem Arrangement mitzusingen. Und das MAMF bewies sich trotz komischen Line-ups wieder einmal als ein wirklich schönes Festival. (eh) *** Drebe, Liza & Kay, Daniel Abozen (22.7., Knust Lattenplatz) Ach Drebe, kaum einer hat zugehört, alle wegen der seltenen Sonne so trunken und redselig, und Du hast so schöne Texte und Klänge dabei. Schade. Vielleicht mal in die Hasenschaukel? Das wurde Dir nicht gerecht. Liza & Kay fallen in die Richtung Sarah und Julian, für einige Ohren ganz nett, aber für mich zu seicht. Daniel Abozen erinnert mich an Xavier Naidoo, was für manche bestimmt toll ist, ich muss aber dringend los. (tk) *** Soulfly (23.7., Logo) 90 Minuten Thrash und Metal, Soulfly-Monster und Sepultura-Klassiker von und mit Max Cavalera im ausverkauften Logo. Es war wahnsinnig gut. Und am Ende packte einer sein durchnässtes Shirt in den Händetrockner auf dem Herrenklo. (mf)

cdm_Wiebusch*** Cruise van Cleef (23.7., zwischen Sylt und Rømø) Das Grand Hotel van Cleef ist immer gut für interessante Ideen. Eine davon: Auf der Syltfaehre während des normalen Fahrbetriebs Bands auftreten lassen. 2015 waren dies Bernd Begemann und Torpus & the Art Directors, bevor es abends auf die Nordsee hinausging, um Marcus Wiebusch und Band zu lauschen. Die Mischung aus Möbelhauseröffnungsflair und Klassenfahrt ist zweifellos ungewöhnlich und wenn der Kapitän gegen Ende des Tages in seiner Dankesrede wirklich alle Beteiligten falsch ausspricht, bleibt kein Auge trocken, aber dennoch: Eine der schönsten Veranstaltungen im Jahr. Wie ein Betriebsausflug, nur mit Bier – und nicht zuletzt mit sehr schönen Auftritten in intimer Atmosphäre. (nsc) Golden Kanine // (c) Doreen Reichmann*** Golden Kanine (25.07., Knust) Die Jungs waren mal wieder zu Besuch im Knust und spielten gegen das schlechte Wetter an. Immer wieder schön, die sympathische Truppe live zu erleben. Nächstes Mal dann hoffentlich wieder bei ausverkaufter Hütte. (dr) *** Heimspiel Knyphausen (25-26.7., Eltville) Gisbert zu Knyphausen lädt zum sechsten Mal auf das väterliche Weingut und eröffnet die Veranstaltung gleich selbst mit alten und auch neuen Songs. Danach Gustav aus Österreich mit Kammermusik bis Elektrolärm und die Hamburger Kante mit einem Set, das den Schwerpunkt auf ihr Theaterschaffen legt und erst gegen Ende die Hits der Band präsentiert. An Tag 2 die beeindruckende Stimme von Cold Specks, die einnehmende Performance von Yasmine Hamdan und am Ende in intimem Klanggewand Villagers als Trio. Eine schöne Veranstaltung, der auch der oft präsente Regen nur wenig anhaben konnte. (nsc)

cdm_YasmineHamdan*** Heimspiel Knyphausen (25.-26.7., Eltville) Wein, Weib und Gesang, wer hat da noch Gründe fürs Fernbleiben? Der Kollege nannte schon lieblichst die musikalischen Genüsse, der Wein war auch wieder Feinstens. Trotz Wechselwetter ein Wochenende, das mit den Iren Villagers romantisch bei Mondschein und Mitgesang (“I was a dreamer, staring out windows, out onto the main street, cause that’s where the dream goes”) endete. Ein Traum. (tk) *** Sofar Sounds (27.7., Filmraum Eimsbüttel) Umsonst, geheimes Wohnzimmerkonzert mit Miles Calder, Sephanie Grace, Game Ove und Kaurna Cronin. Neuseeländischer Folk, australische Singer-Songwriter und dazu der Lokalmatador Game Ove mit voller Besetzung – ein großartiger Abend der tollen Reihe Sofar Sounds! Und sogar der britische Mitbegründer der Bewegung war anwesend – ein wahrlich internationaler Abend! (eh)

***Knust Geburtstag (31.7., Knust) Jedes Jahr ein Pflichttermin, dieser Knust Geburtstag, der sich zum 39. Mal jährte (also 27+12, wie das Knust es selbst zählt). Dabei zunächst Homesick Astronauts auf dem Lattenplatz, später drinnen Sönke Torpus, Game Ove und Helgen als kleine All Star Band der Stadt mit vielen eigenen, vor allem aber einer ganzen Anzahl origineller und ganz schön toller Coversongs. Und so erklangen an diesem Abend eben nicht nur die eigenen Songs, sondern auch die von Bob Dylan, Kid Kopphausen, Wilco, Beatles und – Ja – Truck Stop! (nsc)

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