Es schnieft und schnupft auf dem Platz neben mir im Bus. Unklar zu erkennen, ob Viren, Bakterien oder ein deutliches Übermaß an Liebeskummer der Grund sind. Get Well Soon-Platten sind neuerdings eine Art Taschentuch der Wahl für alle beteiligten solcher Momente. Weil man selbst das uferlose Elend wenige Zentimeter entfernt einfach nicht mehr ertragen, vielleicht sogar weghaben will. Wahrhaberei an dieser Stelle würde ja bedeuten einzugestehen, man könne selbst so kränklich in den Sitz gleiten, wie der kleine Haufen neben mir. Später daheim dringt “LOVE” in die Poren und wird sich später irgendwie nicht mehr rauswaschen lassen. Was für ein sauberes Album, nochmal.
“LOVE” also. Wir schroben bereits an anderer Stelle hier davon und Konstantin “Get Well Soon” Gropper gefällt uns in seiner Rolle als Liebesdiener. Alles eine Frage der Perspektive oder des Momentum. Und der Kultur, wie hier im Interview mit dem Deutschlandradio und der Sache mit dem guten Thema im unguten Gefühl. Könnte man jetzt endlos fortführen, sogar via Huffington Post. Nur wäre mir dann gleich aus ganz anderen Gründen zum Heulen zumute. Verharren wir also im frenetischen Glück und verlosen schnell noch letzte Tickets für die Show am 4. März im Gruenspan: verlosung@concert-news.de | Betreff: “Gesundheit”. Viel, äh, … Erfolg. (kel)
