Mit „Guided Tour“ erschien am 18. Oktober das neue Album von High Vis, über das die gaesteliste.de schrieb: “Sie beginnen mit poppiger Post-Punkigkeit, erhöhen dann ein wenig den Härtegrad und wechseln schnell wieder in den Groove-Mode mit großen Sounds und Atmosphären. Ebenso gut aber klingen später der fast schon Helmetsche Hardcore genau wie die Beats und die wunderschönen Indie-Momente. Klingt wild, ist es manchmal. Aber nie wirr. Denn zusammengehalten wird das Ganze von Graham Sayle gesungenen und gesprochene Worten, von den sanften und wütenden und gerne den sehr präsenten Worten – die aber niemals die Musik in den Hintergrund zu pressen. Eher so: Teamwork.”
Kurz: klasse Album, wird klasse live. Am 1. Dezember präsentieren wir euch High Vis im Gruenspan.
Es ist ein wirklich fließender gemeinschaftlicher Prozess, der fast immer im Schlafzimmer unseres Schlagzeugers Ski in seiner Wohnung in Ost-London stattfindet. Wir schicken uns Demos hin und her, wenn jemand eine Idee hat, oder wir gehen zu ihm und nehmen etwas auf seinem Computer auf. Es ähnelt eher dem Prozess eines Schlafzimmerproduzenten, was wahrscheinlich von seinen Wurzeln in der Produktion elektronischer Musik herrührt. Die Songs werden im Proberaum fertiggestellt, wo die Dinge ihre endgültige Form annehmen und wir herausfinden, was funktioniert und was nicht.
Eigentlich hat sich nichts geändert! Wir machen immer noch Musik auf die gleiche Art und Weise und versuchen, die Live-Show so anzugehen, wie wir es immer getan haben. Obwohl ich jetzt, da unsere Sets länger geworden sind, wirklich an meinem Herz-Kreislauf-System arbeiten muss! Auf größeren Festivals zu spielen ist eine ganz andere Erfahrung, und es hat uns die Augen für eine Welt geöffnet, von der wir nie gedacht hätten, dass wir dort existieren würden. Am Ende des Tages versuchen wir einfach das zu tun, was wir immer getan haben, und die Musik zu machen, die wir machen wollen, ohne Kompromisse.Was wisst ihr über Hamburg, was sind eure Erfahrungen und Erinnerungen an Hamburg und wie viel seht ihr von einer Stadt, wenn ihr auf Tour seid?
Wir hatten schon immer eine tolle Beziehung zu Hamburg und eine lange Geschichte, da wir mit unseren früheren Bands in den verschiedenen besetzten Häusern und politischen Räumen gespielt haben. Die Stadt hat immer eine tolle Energie und es ist toll, so viele bekannte Gesichter zu sehen, wenn wir zurückkommen. Obwohl wir vor der Show nicht allzu viel von der Stadt sehen, versuchen wir immer, nach der Show noch etwas zu unternehmen und etwas zu trinken. Die Stadt erwacht nachts wirklich zum Leben, und es ist toll, herumzuziehen und spät abends ein Schawarma zu essen.
Interview: Mathias Frank
Foto: Brage Pederson
