“Es ist nie zu spät für Frühstück” heißt die neue Platte von Jule, die Ende vergangenen Jahres via Zeitstrafe erschien. Ein irgendwie niedlicher Titel. Harmonie und so, Gemütlichkeit, lass uns mal einen Kaffee trinken. Oder? Nein. Denn Jule kuschelt hier nicht mit Marmelade in den Mundwinkeln, sondern singt Zeilen wie “Ich reiß alles ein, lasse alles zurück”, “Ich wär gern weniger kaputt, ein bisschen mehr so wie du” oder auch “Mit zittrigen Fingern und der Kippe im Mund steh ich hier und such nach einem Grund.” Go Lucky geht anders. Lecker Frühstück auch.
“Es ist nie zu spät für Frühstück” ist eine ganz, ganz tolle Platte, die Jule mit Band, mit Produzent Alexander Kallenberg und mit Raphael Rasmus (u.a. Captain Planet, Matula) gemacht hat. Es ist eine faszinierende, sehr, sehr berührende Platte voller Melancholie und Einsamkeit, voller tiefer Dunkelheit und vielen Emotionen, voller Geschichten und Gefühle.
Und das verpackt die Hamburgerin in eine zwar häufig ruhige, aber niemals langweilige, eine genügend abwechslungsreiche Platte. Während “Heute Abend” nur Jule und Klavier sind, kommt “Schwer” zum Beispiel auch mit einer guten Portion Kraft. Beides: Schwer. Schön. Oder? Und anderes auch. Sehr. Bei “Irgendwas mit Wiederholung” singt zudem Hannes Wittmer, der früher Spaceman Spiff war, beim etwas lauteren “Wut” auch noch Tilman von Tigeryouth.
Und das? Passt nicht nur. Das ist eine Herzensangelegenheit. Jule macht auch auf dem aktuellen Tigeryouth-Album “Alles neu” mit (wozu Tilman im Interview mit gaesteliste.de sagte: “Mein Lieblingsmoment auf dem Album ist der Song mit Jule zusammen.”), nur logisch, dass man auch gemeinsam auf Tour geht und am 8. Februar in der Nochtwache spielt. Und hier gemeinsam zocken wird? Gehen wir von aus. Wünschen wir uns. Schauen wir uns an. Hier gibt’s die Tickets.
Foto: Alexander Schliephake

