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    Maxim | Foto: Doreen Reichmann

    Chor des Monats: Juni 2016

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    By rooka on 1. Juli 2016 Chor des Monats

    Es ist Urlaubs-, Reise-, Festival-Zeit. Aber auch für die Daheimgebliebenen wurde was geboten:

    Maxim | Foto: Doreen Reichmann*** Primavera Sound Festival (01.06.- 05.06., Barcelona) Über eines der schönsten Festivals der Welt haben wir hier einen separaten Rückblick. (nsc) *** Maxim (01.06., Knust) Maxim ist zurück. Im Juni vorerst nur zu drei Auftaktkonzerten in Köln, Berlin und eben in Hamburg im natürlich ausverkauften Knust. Und bei saunamäßigen Temperaturen bekamen seine Fans genau das, was sie erwartet hatten, denn neben dem neuen Material lies es sich Maxim nicht nehmen, auch seine alten Hits zu spielen und spätestens bei “Meine Soldaten” stellten sich viele im Saal die Frage, wie groß dieser Maxim irgendwann einmal werden wird. (sm) *** Muse (06.06., Barclaycard Arena) Vor zehn Jahren blutete mein Herz, weil der Headlinerauftritt von Muse auf dem Hurricane Festival gehörig ins Wasser gefallen ist. Nun, zehn Jahre später, nehme ich die Chance auf das Live-Erlebnis endlich wahr. Leider werden zu viele neue Songs gespielt, mit denen ich so gar nichts anfangen kann. Matthew Bellamy wäre gerne Freddie Mercury und die ganze Show drumherum ist reichlich cheesy. Dieser Funke will so gar nicht mehr überspringen. Da bin ich wohl zehn Jahre zu spät dran. (dar) *** muse - darMuse (06.06., Barclaycard Arena) Ich glaube, es war das vierte Mal Muse für mich und sie halten was sie versprechen: Bombastische Show mit großen Unterhaltungswert. Klar, man vermisst die alten Hits, aber so schlecht sind die neuen ja auch nicht. Nur der Sound, der war überraschend schlecht. Dennoch ein tolles Konzert – beim nächsten Mal bin ich wieder dabei! (eh) *** Killswitch Engage (07.06., Große Freiheit 36) Das musste auch erstmal schaffen. Nach Architects, Atreyu und August Burns Red auf die Bühne gehen und den Laden trotzdem auseinander nehmen. We Are Scientists | Foto: Doreen ReichmannKSE haben es geschafft. Beeindruckend routiniert, aber dabei beeindruckend leidenschaftlich (und nur selten mit beeindruckend peinlichen Ansagen). (mf) *** We Are Scientists (14.06., Hafenklang & MS Hedi) Am 14.06. haben sich We Are Scientists endgültig in die Top 3 meiner persönlichen Indie-Rock-Heroen gespielt. Ein mehr als souveräner Auftakt im Hafenklang brachte bereits Spaß, aber was dann kam, kann man ohne Übertreibung zu den Konzerthighlights 2016 zählen. Diese Band, dieser Keith Murray, das war einfach großartig. 90 Minuten Musik, die man nicht vergessen wird und die mit dem Pixies-Cover “Where is my mind” perfekt endeten. (sm)

    CDM0616_Editors_BKS_(c)nsc*** Best Kept Secret Festival (17.-19.06., Hilvarenbeek) So ein ganz großes Geheimnis ist das BKS mittlerweile nicht mehr und die Zeiten, in denen man auch bei den bekanntesten Namen noch entspannt ganz nach vorne schlendern konnte, sind wohl vorbei. Trotzdem besticht die Veranstaltung in Holland durch eine nahezu perfekte Organisation und ein toll zusammengestelltes Lineup in der angenehmen Umgebung eines Familienerholungsgebiets, so dass auch der zeitweise starke Regen der tollen Stimmung kaum etwas anhaben konnte. Dafür sorgten schon die zahlreichen Essensstände und die Bespaßung durch die überall rumhängenden Schaukeln auf dem Gelände. Aber natürlich gab es auch viel Musik: Die Editors mussten ihr Set durchgehend im Regen spielen und lockerten es mit Sprühfunken, Feuerwand und CDM0616_TwoDoorCinemaClub_BKS_(c)nscFeuerwerk auf, Jamie XX bestach durch ein furioses Danceset auf der Hauptbühne und bei der Band of Horses kam ein lebensgroßes Kunststoffpferd zum Stagediven zum Einsatz. Als dann am Sonntag die Sonne rauskam und dazu der Two Door Cinema Club auf der Hauptbühne aufspielte, gab es kein Halten mehr und diverse aufblasbare Krokodile, Palmen und Einhörner konnten bei akrobatischen Luftübungen beobachtet werden. Zwischen all dem gab es tolle Konzerte von DIIV, den Sleaford Mods oder Yeasayer, während die neue Supergroup Minor Victories (mit Members of Editors-, Mogwai- und Slowdive-Fame) leider nur mäßig überzeugen konnte. File under #zuvielerwartet. Dafür gab es aber fantastische (Neu-)Entdeckungen, wie Weaves, Rat Boy oder Indian Askin und die wohl letzte Chance dabei zuzusehen, wie Bloc Party dem Trend ihrer letzten drei Alben, sich immer mehr der Bedeutungslosigkeit zuzuwenden, auch live nichts hinzuzufügen hatten. Mit einer impulsiven Show von Yelawolf ging das BKS2016 am Sonntag Abend zuende und hinterließ einmal mehr mehrere Hände voller guter Erinnerungen. (nsc)

     

    *** Car Seat Headrest (18.06., Molotow) “Teens of Denial” ist mein derzeitiges Album des Jahres. Dementsprechend ist die Vorfreude auf den Gig immens. Und das Molotow zum Glück gut gefüllt. Am Konzert gibt es rein gar nichts auszusetzen – die Songs werden druckvoll dargeboten und Frontmann Will Toledo ist der geborene Slacker der Generation Y. Schade nur, dass einige meiner Lieblingssongs nicht gespielt werden. Ist aber auch schwierig, wenn die gesamte Platte aus Lieblingssongs besteht. Der Hype um die Jungs ist  absolut gerechtfertigt! (dar) *** Wild Nothing (22.06., Knust) Man kann nur rätseln, was an diesem CDM_0616_WildNothing_Knust_(c)nscAbend los war, aber so richtig mochte sich zwischen Band und Hamburger Publikum keine Verbindung einstellen. Wild Nothing spielten ihre Songs zwar perfekt hintereinander weg, wirkten dabei aber doch arg verpennt, oder gar gelangweilt. Jack Tatum, seines Zeichens Mastermind der Band, fragte mehr sich selbst, als das Publikum, “what‘s it worth” zum ersten Mal seit Jahren wieder in Deutschland zu spielen. Sympathie geht anders, aber vielleicht ist es auch nicht ganz einfach, wochenlang auf den großen Festivals ganz Europas zu spielen, um dann in einen halbvollen Hamburger Club einzukehren. Im Zugabenteil fanden sich immerhin noch ein paar tanzende Besucher in den ersten Reihen wieder und der Graben schien zumindest wieder ein wenig zugeschüttet, aber so richtig toll war das leider nicht. (nsc) *** Frank Carter And The Rattlesnakes (24.06., Docks) Was für eine tolle Idee, den ehemaligen Gallows-Shouter ins Vorprogramm von Bad Religion zu holen. So gab’s ein herrliches hardcore-punkiges Kontrast-Programm mit einer ober-sympathischen Rampensau (“Macht mal Lärm für eure neue Lieblingsband. Uns.”) zum warm werden und eine halbe Stunde wunderbaren Spaß. Perfekter Support. (mf)

    Bad Religion*** Bad Religion (24.06., Docks) Schön trocken und warm hier, sagte einer. Und obendrauf mal wieder sensationell gut. Während Scheeßel absoff, tobten sich Bad Religion durch 100 Jahre Bandgeschichte, hauten Hit auf Hymne raus, fuck youten die Beatles und kündigten mittendrin ein neues Album an. Perfekter Abend. (mf) *** Hurricane Festival (24.-26.06., Scheeßel) 20 Jahre Hurricane und das Jubiläum war mal ganz anders als erwartet. Das Wetter meint es derzeit nicht gut mit den deutschen Festivals und auch das Hurricane ist gehörig ins Wasser und in den Matsch gefallen. Trotz Streichung des Samstags aufgrund der Wassermassen und der schwimmenden weißen Stage, gab es genug zu sehen: AnnenMayKantereit haben Freitag gemeinsam mit ihrer Generation lauthals gegen das Wetter angesungen und Rammstein haben die Regenpause für ihr Feuerwerk genutzt. Sonntag bezauberten Oh Wonder, die wegen der Absage der Southside auf dem Hurricane ihr erstes deutsches Festival bespielen durften. Und die Freude sah man ihnen an. Two Door Cinema Club brachten Hit an Hit und waren dabei ziemlich sympathisch. Destroyer | Foto: Doreen ReichmannAugustines wie immer samt ihrer Rotzigkeit ein *fucking* Highlight und die Menge im Schlamm vor der Red Stage feierte die Sonne. Und den Abschluss machten die zum Glück sehr gut gelaunten Mumford and Sons: “I will wait, I will wait for you” war das Motto und die Karten für 2017 sind quasi schon geordert. So ein bisschen Schlamm kann doch dem Hurricane nichts! (eh) *** Destroyer (29.06., Knust) Daniel Bejar ist einfach eine coole Sau. Und diese entspannte Coolness, mit der Bejar und seine sieben-köpfige Band ihren Indie-Blues-Rock runterspielen, ist genau das, was man sich nach Feierabend noch einmal antun kann. Nur kann, nicht muss, denn dafür ist Show die der Kanadier bietet, einfach zu unspektakulär. Solide beschreibt es wohl am besten. (sm)

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