Vielleicht ist es das Kreischen der Möwen und das sanfte Plätschern der Wellen auf dem neuen Album „Mami Wata“ der Sängerin AYỌ, das sofort an den Hamburger Hafen erinnert. Es stellt eine Verbindung her zwischen ihrer neuen Heimat Tahiti und der Hansestadt, von der aus einst unzählige Menschen zu fernen Ufern aufgebrochen sind. Die darin enthaltenen Botschaften sind so klar wie das Wasser im Südpazifik und umspülen sanft die Seele mit einer Mischung aus sonnig-warmen und gleichzeitig melancholisch-sehnsuchtsvollen Klängen.
Die Lieder sind dem Meer und den Frauen gewidmet – zwei Leitthemen des neuen Albums, die AYỌ als Mutter zweier Kinder mit ihrer sanften und gleichzeitig kraftvollen Stimme so natürlich und authentisch besingt. Dabei spielt sie mit verschiedenen Musikgenres, zitiert amerikanischen Soul genauso wie jamaikanischen Reggae und rhytmischen Afro-Beat. Die Vielfältigkeit der Musik ist schon lange ein Teil ihres Lebens: Als Kind einer rumänischen Mutter und eines nigerianischen Vaters wird sie 1980 in der Nähe von Köln als Joy Olasumibo Ogunmakin geboren. Sie wächst dort auf, verbringt eine Weile in der Heimat ihres Vaters und lernt schon als Kind und später als Jugendliche Geige, Klavier und Gitarre zu spielen. Später lebt sie in London, New York und Paris, wobei sich die letzteren beiden Metropolen zu Dreh- und Angelpunkten ihres Lebens entwickeln.
Überall kommt sie mit verschiedenen musikalischen Einflüssen in Kontakt und entwickelt mit den Jahren ihren ganz eigenen Sound. Ihr Künstlername, der in der Sprache der westafrikanischen Yoruba “Freude” bedeutet, transportiert dabei genau dieses Gefühl, das sich beim Hören ihrer Musik unweigerlich ausbreitet: Das Glück des Lebens in all seinen Farben und Schattierungen. Nach zwei Jahren ist sie mit ihrem mittlerweile sechsten Album nun wieder auf Tour, am 27. Oktober spielt AYỌ im Mojo Club.
Text: Daniel Seemann
Foto: Fred Mont
