Alle kulturlosen St. Ellinger jetzt mal kurz weghören. Ist Andacht im Hause concert-news. Grund ist kein geringerer als das “Hörbuch” (dazu weiter unten mehr) “Vom Pfosten bis zur Ritze”. Klar bringt das gleich im blutgrätschenden Titel mindestens einhundertfünfzig Prozent Kiez-Klischee mit und spart auch auf den dann folgenden 166 Seiten nicht mit schon mal abgefeierten Standardsituationen. Doch trotzdem schaffen es die Autoren, Jäger & Sammler Robert Grischek und Christian Sobiella dieses alles schon mal irgendwo durchgepimperte Material zu einer noch geileren Wort-, Layout- und Bilderschlacht zu formen, in der selbst einer wie ausgerechnet Mahir Saglik seinen großen Auftritt erhält. Auch wenn der irgendwie symbolisch tief im Rasen des Bochumer Ruhrstadions zu versinken droht. Mittig auf der Grenze zwischen Sieg, Niederlage und der dritten Halbzeit.
“Vom Pfosten bis zur Ritze” bläst im feinsten Konter-Tempo jeden Staub von Themen von Volker Ippig über die unlängst neu entdeckte Sozialromantik bis hin zum fast schon vergessenen und nicht minder legendären Ede Geyer-Zitat. Das mit den Nutten, ihr wisst schon. Dass dem Buch dann zudem noch zwei Alte Schule-CDs und ein kleiner Blick auf einen etwas dreckigeren Teil der sogenannten Hamburger Musikszene beiliegen, die überraschenderweise mal ganz ohne Kettcar, Thees Uhlmann und Deniz Naki auskommen und dafür umso mehr mit Turbonegro, Millerntor Roar und anderen Erektionen glänzen, ist ein sattes Beiwerk. Erstklassig. Zumindest das Buch und die CD. (kel)

4 Kommentare
Ha ha ha – da schreibt ein offensichtlicher Pauli-Fan über ein seiner Meinung nach gutes Pauli-Produkt und womit geht es los? Die Neurose wächst und wächst … und so was nennt sich Stadtmeister …
Die Selbstironie im letzten Satz, die die anfängliche Stichelei am Ende abrundet, hast du auf der Suche nach vermeintlichen Neurosen offenbar glatt überlesen. Macht ja nichts. Erklären wir ja gerne.
Selbstironie? Nein, einfach die Wahrheit.
Sieh’ es wie du möchtest. Über euch selbst lachen könnt ihr ja selten genug. Wir schon.