Das nennt man dann Kontrastprogramm. Denn während an diesem 7. Mai unter anderem Caliban, I Killed The Prom Queen und The Ghost Inside im Rahmen der Progression Tour die Große Freiheit 36 zerlegen, soult sich auf der anderen Seite der Reeperbahn ein gewisser Paolo Nutini noch tiefer in die Herzen seiner schmachtenden Fans und Faninnen.
Sicherlich, vielen wird die Wahl nicht schwer fallen. Aber auch wer sich für das Docks und damit den schottischen Herzensbrecher entscheidet, muss man verstehen. Weil das so schlecht ja tatsächlich nicht ist, was er macht. Ach was, das ist zum Teil sogar richtig gut. Am vergangenen Freitag erschien mit “Caustic Love” sein neues Album und auch wenn auf dem jetzt hier und da ein bisschen die vertonte Langweile zu hören ist, zeigt der gute Mann auch auch immer wieder sein Können und das endet nicht mit seiner Stimme. Der Bengel kann auch Lieder schreiben und der Bengel kann mehr als Soul und Pop und Mainstream.
Da gibt es zum Beispiel eine Nummer wie “Diana”, die mit ihrer Monotonie, ihrer Melancholie, ihrer Konsequenz einfach mal bombastisch gut ist, die sexy ist, intensiv, mitreißend. Es gibt mit “Fashion” ein hip hoppiges Duett mit Janelle Monae, das bockt, es gibt ein herrlich oldschooliges “Someone Like You” oder ein lässiges “Scream” gleich zu Beginn. Und wer lieber screamt als Geschrei zu hören, der geht an diesem 7. Mai daher lieber zu Nutini als zu Caliban. (mf)
