livekritik.de präsentiert den Chor des Monats: Juni.
Sommer, Sonne, Festivalwiese. Aber nicht nur auf den Wiesen auch in den Open-Air-Arenen in der Stadt sowie den Clubs und Hallen wird gerockt, gefrickelt, geklampft, gesungen und gefeiert. Was letzten Monat in und um Hamburg los war, berichten wir hier:
*** The KVB (2.6., Hafenklang) Ein seltsam emotionsloser Abend im Hafenklang. Nicht, dass The KVB in der Vergangenheit für besondere Publikumsinteraktionen gestanden hätten, doch das hier wirkte zusätzlich noch gelangweilt und uninspiriert. Die neuen Songs nur noch Blaupausen eines sich immer wieder wiederholenden Konzepts; langweilig. Sollte diese Geschichte auserzählt sein? (nsc) *** Metallica (4.6., Imtech Arena) Die Fans durften abstimmen, die Wahl war keine Überraschung: Bis auf ein, zwei Ausnahmen gab es nur Songs vom Black Album und davor und damit nur Hits, Hits, Hits für Gänsehaut, Euphorie und vielleicht das Konzert des Jahres. Denn da kannste sagen, was du willst. Live sind Metallica noch immer unfassbar gut. (mf)
*** The National (4.6., Freilichtbühne Stadtpark) Es scheint als hätte sich was getan. Mehr Bewegung in der Reihenfolge der Songs, volle Breitseite an Leidenschaft von Matt Berninger. Dazu vergessene Songtexte und stolpernde Fanberührungen bis ganz nach hinten. Ein Traum. (tk) *** The National (4.6., Freilichtbühne Stadtpark) Matt Berninger will die Dunkelheit herbei singen und die Wolken ziehen wie befohlen zum Stadtpark. Als “Vanderlyle Crybaby Geeks” angestimmt wird, weint der Himmel mit. Magisch. (eh)
*** Dirk Darmstaedter (4.6., Knust Acoustics, Lattenplatz) Auch in diesem Jahr laufen Mittwochs wieder die schönen Knust Acoustics-Veranstaltungen auf dem Lattenplatz gegen Hutgeld für die Künstler. An diesem Mittwoch stellte Dirk Darmstaedter einige Songs seines im September erscheinenden, neuen Albums “Before we leave” vor und steigerte die Vorfreude darauf erheblich. Vorab gaben sich Emma Longard und auch Desiree Klaeukens die Ehre und wussten beide durchaus zu begeistern. (nsc)
*** About Songs (8.6., Knust) Neben dem Passion Victim, die zweite Festivalreihe im Knust, bei der man ebenfalls jedesmal blind Tickets kaufen kann. Dieses Mal waren für mich Rah Rah, sowie Mister & Mississipi die absoluten Highlights und letztere für mich die Neuentdeckung schlechthin. Der Rest pendelte zwischenunaufgeregte, Singer/Songwritertum und okayen Bands, die mich aber, gerade am Ende, nicht mehr wirklich fesseln konnten. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann, warum man eine Band wie Rah Rah als Opener vor viel zu wenigen Leuten spielen lässt. Mit einer anderen Reihenfolge wäre der Abend ein perfekter geworden. (nsc)
*** Still in Search (14.6., Alter Elbtunnel, Südseite) Im Rahmen von 48h Wilhelmsburg spielten Still in Search auf der Aussichtsplattform auf der Südseite des Alten Elbtunnels vor einem Panorama auf, an dem man sich kaum sattsehen konnte. Das sollte aber nicht von der Qualität der Band ablenken, die ihr im April erschienenes Album “It all comes down at once” vorstellte und die anwesende Zuschauerschar beglückte. Übrigens lohnt es sich im Sommer nach Stadtpark-Konzerten Augen & Ohren offen zu halten, da die Band dort gerne mal unangekündigte Guerilla-Gigs auf der Wiese spielt. (nsc)
*** Fünf Sterne Deluxe (19.6., Uebel & Gefährlich) Generalprobe vor der Festvial-Tour im ausverkauften Bunker. Klar, dass nicht alles klappte. Zitat Tobsen: “Vieles war gut, aber manches auch scheiße.” Egal, hat überwiegend gebockt, die Songs von früher treten noch heute Popo und spätestens als Das Bo bei “Die Leude” ins Publikum sprang, hatte die Band gewonnen. (mf) *** Fünf Sterne Deluxe (19.6., Uebel & Gefährlich) Nach dem Support durch DJ Kenobi und Überraschungsgast Toni L. startet der Kindergeburtstag: Neben Konfettikanonen, Blümchen, Stagediving, Alkohol, umherfliegenden Barhockern und viel zu viel Gerede, ist ab und an auch mal Zeit für ein paar Songs, die nicht immer textsicher dargeboten, dafür von der Menge aber umso mehr abgefeiert werden. Auch den einzig neuen Song verdaddeln die Fünf Sterne, die vielleicht nicht mehr ganz so deluxe sind, weil ihnen schlichtweg die Routine fehlt. Nähme man den Musikanteil netto (von den 100min etwa 70min), es wäre ein guter Abend geworden. So blieb es zwar unterhaltsam, aber auch etwas zäh. (nsc)
*** Thees Uhlmann (25.6., Kieler Woche) Was soll man zu Thees noch sagen? Sobald er eine Bühne betritt, ist man dabei, hat ihn lieb und freut sich über einige der schönsten Textzeilen der letzten Jahre, die man mit allerlei persönlichen Erlebnissen verbindet und deren Reihe auch heute wieder um 1-2 Erinnerungen erweitert wurde. Thees erzählt, macht uns den Casper und spielt sogar einen Tomte-Song, der dann doch zum Highlight wurde. Anekdote am Rande: Luis Laserpower, die danach als “Headliner” dieselbe Bühne bespielten, hatten ca 3% der Zuschauermenge vom Herrn Uhlmann. (nsc)
*** Tim Neuhaus, Dear Reader (28.6., altonale pop nacht, Altona) Tim Neuhaus an der Gitarre und sonst nur Percussion und Schlagzeuger im dunkel-mystisch anmutenden Galionsfigurensaal des Altonaer Museums. Zum Dahinschmelzen. Dear Reader nahezu himmlisch in der Christianskirche. Voll bis oben hin mit anmutig lauschenden Fans und einer humorvollen, großartigen Bandbesetzung. (tk)
*** Altonale Pop Nacht (28.6., Altona) Was für eine tolle Idee, die Altonale musikalisch endlich etwas zu modernisieren! An diesem Abend spielten an fünf Standorten, darunter das Altonaer Rathaus und die Christianskirche insgesamt 13 Künstler, wie z.B. Golden Kanine, Tim Neuhaus, Dear Reader oder Talking to Turtles, auf. Trotz ein paar Kinderkrankheiten, kann man den Organisatoren von Pop-Up Records für den schönen Abend nur gratulieren. Schöne Konzerte, vor allem vor der schönen Kulisse des Innenhofs im Altonaer Rathaus, gab es dabei zu sehen. Das Highlight dürfte am Ende Dear Reader mit ihrem grösstenteils improvisierten Set in der Christianskirche gewesen sein, bei dem das Publikum am Ende mit einem ‚Dancing in the Dark‘-Cover in die Nacht geschickt wurde. Wir freuen uns auf die Neuauflage in 2015! (nsc)