Ta-daaa. Diesen Monat präsentieren wir mit nicht wenig Stolz einen sehr fotoschwangeren Rückblick. Manchmal sagen Bilder eben mehr als viele Worte. Schöne, schwärmerische und kritische Texte gibt es wie gewohnt aber natürlich auch:
*** Herrenmagazin (01.11., Uebel & Gefährlich) “The same procedure…” Wenn Herrenmagazin rufen, kommen die Hamburger und dann machen Deniz & Co. das, was sie am besten können. Sie rocken das Uebel & Gefährlich. Gewohnt redselig, erstmals mit dem neuen, Albrecht Schrader, gab es eine schöne Mischung aus Songs ihrer ersten Alben und natürlich dem aktuellen Album “Sippenhaft”. Der Besuch eines Herrenmagazin-Konzerts garantiert einen feinen, lustigen und sehr tanzbaren Abend mit vielen lieben Menschen. Das war immer so und wird auch immer so sein. (sm) *** Rolling Stone Weekender (6-7.11., Weissenhäuser Strand) Mit dem Rolling Stone Weekender geht die Festivalsaison 2015 nun wirklich dem Ende zu und erneut beweist das Festival eine ausgewogene Auswahl an Künstlern, die auf den vier Bühnen musizierend und lesend das Publikum bestens unterhalten, wenn dieses nicht gerade im Schwimmbad, am Strand oder in Plattenkisten vergraben verweilt. (nsc) ***
Editors (8.11., Mehr! Theater am Großmarkt) Gelungener Abend: Erst machten sich die tollen The Twilight Sad eine Menge neuer Freunde, dann zockten die Editors im Hymnen-Modus. Und obendrauf wirkte Tom Smith befreit und fröhlich wie lange nicht mehr. Er zog Grimassen, versuchte sich in ulkigen Choreografie-Moves, sprang über die Bühne und wirkte tatsächlich rundum glücklich. Und alle anderen irgendwie auch … (mf) *** The Twilight Sad (8.11., Mehr! Theater am Großmarkt) Definiere Karriere, 28.3.15 Kleiner Donner, 8.11.15 Mehr!Theater und jetzt 17.10.2016 Barclaycard Arena (Support für The Cure in den USA und Europa ).
Wenn es eine Band geschafft hat, innerhalb kürzester Zeit von den kleinen auf die ganz großen Bühnen zu kommen, dann die Glasgower Rockband um James Graham, einem der charismatischsten Sänger dieser Zeit. Und auch beim Support der Editors im Mehr! Theater war sie es, die einen bleibenden Eindruck hinterließ. Ein kurzes, aber sehr eindrucksvolles Set um Insider-Hit “Prossie” begeisterte auch das Editors-Publikum hörbar. (sm)
*** Anti-Flag (9.11., Fabrik) So geht Punkrock, so geht ein runder Abend. Erst The Homeless Gospel Choir mit Charme, dann Trophy Eyes mit Wucht, danach Red City Radio mit Klasse – und Anti-Flag dann mit Charme, Wucht und Klasse. Und noch viel mehr. Wieder mal ein großes Vergnügen mit einer ganz großen Band! (mf) *** Greg Holden (9.11., Nochtspeicher) “Greg was back” und das diesmal nicht alleine. Zusammen mit einem seiner besten Freunde, Tofer Brown, kam der Amerikaner bereits knapp einen Monat nach seinem vielumjubelten Auftritt im Knust zurück nach Hamburg und alle waren glücklich. Zwei sich sichtlich wohlfühlende Musiker, ein sehr textsicheres Publikum und eine gemütliche Location sorgten für einen schönen Montagabend. (sm)
*** New Order (11.11., Tempodrom, Berlin) Mit “Music Complete” haben New Order ein ziemlich gutes neues Album herausgebracht, das sie leider nur in Berlin präsentierten. Also flugs dorthin und keine Sekunde bereut: Die neuen Songs passen prima zu den alten Tracks, die Lichtshow ist absolut herausragend und in der Zugabe gibt es mit “Atmosphere” und “Love will tear us apart” auch Reminiszenzen an Joy Division, die Band, aus der New Order einst entstanden ist. Fun Fact am Rande: Während bei “Your silent face” die Namen der Bandmitglieder auf der Leinwand erscheinen, folgt an der Stelle, an der früher der Name des ehemaligen Bassisten Peter “Hooky” Hook, Gründungsmitglied und im Streit gegangen (worden), erschienen wäre, im Text des Songs die hübsche Zeile “So why don’t you piss off”. Sicher kein Zufall. (nsc)
*** Slaves (12.11., Gebäude 9, Köln) Und gleich noch ein Auswärtsspiel hinterher: Auch die famosen Slaves machen einen Bogen um die Hansestadt und so ging es nach Köln. Das Duo aus Kent bollert und boxt sich mit unterhaltsamen Ansagen größtenteils durch das Album “Are you satisfied?” und präsentiert ein tatsächlich sehr schweißtreibendes Set. Endlich mal wieder eine britische Band, die so klingt, wie britische Bands klingen sollten: Rauh und rotzig. (nsc) *** Girls Names (13.11., Turmzimmer) Bevor wir alle erfahren mussten, was an diesem Abend fürchterliches in Paris geschah, erlebten wir noch ein ganz wunderbares Konzert mit den Iren von Girls Names und ihrem ausgesprochen guten, neuen Album “Arms around a Vision”. Ein sehr toller Post-Punk-Noise-Abend, bis.. tja, bis… (nsc)
*** Friska Viljor (13.11., Uebel & Gefährlich) Es ist immer wieder so eine Sache mit neuen und alten Songs und genau das zog sich beim Friska Viljor Auftritt im mehr als ausverkauften Uebel & Gefährlich wie eine rote Linie durch das Konzert. Das Publikum und “gefühlt” auch die Band feierten die Hits der ersten Alben und “ertrugen” die neueren, teilweise sehr ruhigen, Lieder der Schweden. Trotz allem jedoch ein unterhaltsamer Abend. (sm) *** The Wombats (18.11., Große Freiheit 36) Etwas mehr als ein halbes Jahr ist es gerade mal her, seit The Wombats die letzte Abrissparty in Hamburg gefeiert haben. Kein Grund, dies nicht exakt so, am selben Ort, nochmal zu wiederholen. Hit auf Hit und drei Jungs auf der Bühne, die wissen, was ihre Fans wollen. Da gibt’s nix zu mäkeln. (nsc) *** K.I.Z (21.11., Sporthalle) Das zweite Konzert der vier Berliner war genauso ausverkauft wie die “Zusatzshow” am vorigen Abend. Dementsprechend motiviert waren die Jungs dann auch auf der Bühne und boten dem ekstatischen Publikum ein Konzert der Extraklasse. 2 1/2 Stunden volle Power inklusive allen Hits und natürlich auch mit den Krachern des neuen Albums. Das Publikum drehte zurecht vollkommen durch. Für mich persönlich das Konzert des Jahres. (fh) *** Magnus Landsberg & ein sehr großes Monster (22.11., kukuun) Diese Stadt bringt immer wieder Musiker hervor, bei denen man gern auch mal genauer hinhört. An diesem Abend präsentierte uns Magnus Landsberg, begleitet von seiner sich bei fast jedem Song verändernden und bis zu ungefähr 9köpfigen Band “ein sehr großes Monster”, sein Debutalbum und singt über Zombiehubschrauberaction, Joghurtbechertelefone oder die niemals lachenden Menschen in der U3. Hier wächst definitiv einer heran, den man im Auge behalten sollte, wenn man deutsche Singer/Songwriterkunst schätzt. (nsc)
*** Ash & We are Scientists (23.11., Gruenspan) Schon erstaunlich, dass zwei doch recht namhafte Bands gemeinsam nicht einmal den Gruenspan voll bekommen. Den Besuchern dürfte das aber recht egal gewesen sein, denn während zunächst beide Bands ihre eigenen Sets spielen, wird die Zugabe diesem Wort endlich mal wirklich gerecht: Aus We are Scienitists (WAS) und Ash wird W*A*S*H und die spielen eigene Songs von beiden Bands, covern sich aber auch munter durch Pixies, The Cure, Thin Lizzy und Weezer. Ein ausgesprochen großartiges Konzert war das! (nsc) *** Kwabs / ROBB (24.11., Mojo Club) Dass ich Kwabs nach seinem Nr.1 Hit “Walk” noch einmal in so kleinem Rahmen sehen darf, hätte ich vor einigen Monaten nicht zu träumen gewagt. Wie bereits schon beim Haldern Pop 2013 zeigte der Engländer jedoch auch im vollen Mojo Club, dass die kleineren Clubs dieser Republik nur eine Durchgangsstation für ihn sind. Der Typ ist einfach ein Star! Eine großartige Stimme, eine einmalige Bühnenpräsenz und ein tolles erstes Album waren die Zutaten für ein großartiges Soul-Konzert. Ein sehr feiner Support an diesem Abend waren die Österreicher ROBB, von denen man mit Sicherheit in Zukunft noch einmal mehr hören wird. (sm) *** John Grant (25.11., Uebel & Gefährlich) Grant spricht fließend Deutsch mit leichtem, nordischen Akzent, ist wie gewohnt sympathisch und singt sich durch seine Hits. Greatest motherfucker in the world! (eh)
*** Liza&Kay (26.11., Kleiner Donner) Zunächst der Support der Freiburger von Redensart, die ihre Sache sehr ordentlich machen, aber vielleicht noch den ein oder anderen ohrwurm gebrauchen könnten, damit ein bisschen mehr hängen bleibt. Danach Liza&Kay, die einmal mehr pure Freude und gute Laune verbreiten und am Ende mitten im Publikum stehen und den Saal mitsingen lassen. Immer wieder schön. (nsc) *** Ciaran Lavery (27.11., Kleiner Donner) Nachwuchs-Singer-Songwriter in heimeliger Atmosphäre. Nett ist er, weiß gar nicht wieso alle sein großartiges Lied “Shame” so toll finden und freut sich über die schöne Stadt Hamburg, obwohl er fast nichts von ihr gesehen hat. Ach und singen und Gitarre spielen kann er auch! Wenn Lavery nächstes Jahr wiederkommt, wird man sicherlich den ein oder anderen aus dem begeisterten Publikum wiedertreffen. (eh)
*** Kraftwerk (27.11., CCH1, Spätshow) Die Mensch-Maschine kommt nach 11 Jahren auch mal wieder in Hamburg vorbei und präsentiert in zwei Shows einen Rückblick auf die Bandgeschichte der Jahre 1974 – 2003, allerdings in einem musikalisch zeitlich angepassten Gewand, während über die Leinwand 3-D Grafiken der alten Artworks flimmern. Wie sehr sich Kraftwerk von Show zu Show unterscheiden, wird wohl nur Kennern der Band wirklich auffallen, alle anderen ignorieren die schlechten Witze der Unwissenden, a la “die drücken da oben doch eh nur auf Start”, elegant und genießen einen Konzertabend, der sich wieder einmal nah an der Perfektion bewegt. (nsc) *** Fettes Brot (28.11., Barclaycard Arena) Tourabschluss, Heimspiel, Samstagabend. Perfekte Voraussetzungen für einen heißen Partyabend. Die Vorfreude war riesig und berechtigt. Nachdem DJ Fatoni sich noch etwas schwer tat, die volle Arena auf Temperatur zu bringen, zündeten die Brote in bewährt bester Form ein Feuerwerk mit – natürlich – jeder Menge Hits zum Mitgrölen. Kurzweil, gute Laune, Wortwitz. Alle in der Halle standen und gingen mit einem breiten Grinsen im Gesicht zwei Stunden ausgelassen mit. Die bereits traditionelle After-Show-Party in Hamburg wurde dieses Jahr durch ein halbstündiges Kraftklub-Konzert getoppt. Jawohl, richtig gehört. Als Zugabe durfte weitere satte dreißig Minuten zu den Hits von Kraftklub durchgedreht werden. Was für eine Megasause!! (cR)
*** Enno Bunger / And The Golden Choir / Projektor / Lestat Vermon (28.11., Uebel & Gefährlich) Was für ein schöner Abend im vollen Uebel & Gefährlich. Auf der Tour zum neuen Album “Flüssiges Glück” ließ Enno sich von seiner eigenen Band supporten. Und das sorgte bereits für einen tollen Beginn des Abends mit kurzen Auftritten von And The Golden Choir, Projektor und Lestat Vermon, bevor dann Enno übernahm. Und der zeigte dann, dass er nicht nur die traurigen Trennungssongs beherrscht sondern sich auch im Bereich des Elektro-Pop’s sehr wohl fühlt. Zusammen mit seiner großartigen Band mutierte der Balladen-Enno zum Rock-Enno. Und wir stellen fest, auch das steht ihm ziemlich gut. (sm)
*** Guy Garvey (28.11., PBHFClub, Berlin) Und noch einmal muss man die Stadt verlassen, denn Guy Garvey, sonst bekannt als Sänger der wunderbaren Elbow, präsentiert sein Soloalbum lediglich in der Hauptstadt. Ein lohnenswerter Trip, den Guy Garvey nicht nur mit tollen Songs belohnt, sondern auch mit sehr, sehr lustigen Ansagen und einer famosen Band, inklusive Bläsersatz, und I am Kloot’s Peter Jobson, der mittendrin einige der lustigsten Songs beitragen durfte, die in langer Zeit zu hören waren. Famoser Abend. (nsc) ***Unter meinem Bett Release-Konzert (29.11., Fabrik) Draußen tobt der Sturm, drinnen toben eine Menge Kinder. Die Schar der Hamburger Singer-Songwriter weiß, wie man Groß und Klein begeistert und spielt eine schöne Mischung aus Kinderliedern (die ja auch sehr hörenswert sind) und den eigenen Songs. Gisbert zu Knyphausen muss für seines sogar zwei Mal auf die Bühne und Bernd Begemann versucht es als Zugabe noch mit “An de Eck steht `n Jung mit’m Tüdelband” und dem Dschungelbuch. Einmalig! (eh) *** Madsen (30.11., Große Freiheit 36) Konzert Nummer 500 der Madsens. Und das auch noch in ihrer selbsternannten “Konzertheimat” Hamburg. Gute Voraussetzungen für ein grandioses Konzert. Die Wendländer packten alle Hits aus und setzten sogar noch ein Ärzte- und ein Nirvana-Cover obendrauf. Die ausverkaufte Große Freiheit dankte es mit Ekstase. Danke Madsen für diesen schönen Montagabend! (fh)
