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Interview & Ticketverlosung: Tonbandgerät

New Music Award 2012 abgeräumt, Ohrwurm-Single bei N-Joy und auf Delta Radio in der Rotation, Support für Madsen und Kraftklub, das Knust am 30. November (Zusatzkonzert am 8. März im Uebel&Gefährlich) mal eben ausverkauft – die Zeit meint es gut mit unserer neuen Deutschpop-Lieblingsband Tonbandgerät. Wir haben bei dem Hamburger Vierer vor ihrem Heimspiel mal nachgefragt, wie es gerade so ist, mit fast fertigem Album in der Hinterhand und der Welt sperrangelweit und angefacht vor einem. Die letzten Tickets zu gewinnen gibt es übrigens unter verlosung(at)concert-news.de | Betreff: „MusikVomBand“

Trotz Winterpause steht bei euch eine Menge an: Album fertig machen, Artwork abstimmen, Konzerte spielen… Langweilig wird euch gerade nicht, oder?

Ole: Gestern erst haben wir zwei Stunden im Proberaum damit verbracht, einen Albumtitel zu finden!

Wie läuft das dann? Alles sagen, was sie sich so ausgedacht haben und dann wird gestritten?

Ole: Ja!

Sophia: Wir haben uns das alles aufgemalt und dann darüber geredet, warum wir was gut finden.

Und dann wurde ausgelost?

Ole: Nee, wir sind aber auch noch nicht zu einem Ergebnis gekommen.

Ist das für euch wichtig, dass das Kind jetzt bald einen Namen bekommt?

Ole: An sich ist das total wichtig, dass das Album einen Titel hat. Aber für uns gerade spielt das eigentlich nicht so eine große Rolle.

Sophia: Das ist ein guter Punkt, denn für mich ist das total wichtig!

Ole: Für mich ist das eher wie bei vielen unserer Songs: die haben erstmal auch keinen Titel, aber später wenn sie erscheinen ist es schon von Bedeutung wie sie heißen.

Sophia: Lustigerweise ist uns die Auswahl der Songs auch viel leichter gefallen als die Entscheidung für einen Albumtitel.

Wieviele Songs habt ihr insgesamt aufgenommen? Und wie viele schaffen es auf das Album, das im März erscheinen soll?

Ole: 18 Songs haben wir aufgenommen. Und wir dachten die ganze Zeit, dass es unmöglich wird, daraus dann die zwölf auszuwählen, die aufs Album sollen.

Sophia: Aber dann waren wir uns alle einig.Wir haben die Songs tatsächlich nach Sympathie ausgewählt.

Ole: So nach dem Prinzip: „Der muss auf jeden Fall drauf, und der auch, und der!“ Und schon hatten wir acht Lieder zusammen, auf die sich alle einigen konnten.

Gibt es denn ein Thema, das das Album durchzieht? Oder erzählt jeder Song eher seine eigene Geschichte?

Sophia: Natürlich hat jeder Song seine eigene Geschichte. Aber was sie zusammenhält, ist das Thema Zeit. Es geht aber nicht darum, wie man sie sparen kann, sondern eher um die Frage: Was mache ich mit meiner Zeit?

Ist Musik machen dann so eine Art Innehalten in dem ganzen Schnelllebigen, das sich um uns alle rumkreiselt?

Sophia: Schon. Unser Proberaum ist in einem Bunker, wo wir keinen Empfang haben und auch kein Tageslicht. Das fühlt sich an wie eine Art Zeitkapsel. Da drinnen könnte Sommer sein, Winter, Tag, Nacht – wir würden es in diesem Raum kaum merken. Die Zeit vergeht dort auch anders.

Ole: Wir verschwenden dort auch gerne unserer Zeit. Verschwenden ist vielleicht das falsche Wort. Wir machen etwas, das erstmal vielleicht keinen Sinn ergibt, aber wichtig für uns ist. Zeit zieht sich deshalb als Thema durch das ganze Album. Genau wie auch ein „Wir“, das immer wieder auftaucht. Uns gibt es jetzt schon seit sechs Jahren, und Sophias Texte spiegeln ganz oft diesen Bandkontext wieder, die Geschichten, die wir zusammen erlebt haben.

Trotzdem hat man, wenn man euch live sieht, das Gefühl, dass jeder einzelne im Publikum an euer „wir“ anknüpfen kann und nicht ausgeschlossen wird. Eher im Gegenteil: man kann sich sehr gut darin wiederfinden.

Sophia: Das liegt auch daran, dass in meinen Texten nur selten ein „Ich“ vorkommt, da kommt irgendwie immer ein „Wir“ vor – auch schon weil ich sie schreibe und Ole sie singt würde ein „Ich“ wenig Sinn machen.

Das ist interessant zu wissen, dass Sophia die Texte schreibt, Ole sie aber singt. Ist das nicht komisch für dich, Ole?

Ole: Es hat auf jeden Fall am Anfang etwas gedauert, da reinzukommen. Aber mittlerweile finde ich es total spannend. Und weil wir das schon so lange zusammen machen, ist es fast schon ein total organischer Prozess geworden. Für mich ist das überhaupt nicht merkwürdig, ich freue mich immer sehr, wenn Sophia mit einem neuen Text ankommt.

Sophia, hast du denn wenn du die Texte schreibst schon eine feste Vorstellung davon, wie Ole den Text singen wird? Und überrascht es dich manchmal, wie er es dann tatsächlich umsetzt?

Sophia: Manchmal habe ich das im Kopf beim Schreiben, aber eher so dass ich weiß in was für Tonlagen er singt und welche Wörter ihm Spaß machen. Und ich achte bei den Texten schon darauf, dass sie Themen beinhalten, die uns alle betreffen. Natürlich macht Ole es dann doch ganz anders, aber das finde ich gerade gut. Wir beiden sprechen auch eigentlich nicht über die Texte, weil er seine eigene Geschichte da reinbringen und die Lyrics zu seinen eigenen machen soll.

Ole: Daran sieht man auch, dass die Texte total vielschichtig sind und auf mehreren Ebenen funktionieren können. Wir haben irgendwann mal in der Band über einen Song gesprochen und jeder von uns Vieren hatte eine andere Vorstellung davon, von was er handelt. Wenn ich ihn singe, habe ich eine ganz klare Vorstellung in meinem Kopf. Und Sophia genauso, wenn sie ihn schreibt.

Sophia: Ich finde, dass ein Song nie einer Person gehören kann. Die Bedeutung kann immer variieren, denn es sind ja im Grunde nur Worte, die aneinandergereiht sind. Deshalb habe ich mich auch schon oft darüber geärgert, wenn Musiker ihre eigenen Lieder erklären.

Euer Album ist für März angekündigt, ihr spielt dann auch ein Konzert im Uebel & Gefährlich, fürs Deichbrand Festival seid ihr auch schon bestätigt. Mit welcher Band oder welchem Künstler würdet ihr denn gerne mal spielen?

Ole: Ja, die Show im Ü&G wird hoffentlich unsere Releaseparty. Bosse veröffentlichen ungefähr zur gleichen Zeit ihr neues Album und wir hoffen, dass wir mit ihnen zusammen auf Tour gehen können. Wir haben ja schon mal zusammen gespielt und das hat richtig gut gepasst!

Beim New Music Award in Berlin im September habt ihr auf den Punkt abgeliefert und das ding souverän nach hause geholt. Wie habt ihr das gemacht?

Ole: Ich war auf jeden Fall mega aufgeregt und konnte den ganzen Tag nichts essen. Aber irgendwie hat das ganz krass mit dem Publikum connected. Wir sind von der Bühne gegangen und haben schon gemerkt, wie sich die Anspannung gelöst hat. Das war auf jeden Fall der beste Auftritt, den wir bis dahin gespielt haben!

Was habt ihr euch denn von eurem Preisgeld gekauft?

Ole: Im Moment geht der Reihe nach unser Equipment im Proberaum kaputt. Es wird also Zeit, was neues zu kaufen. Aber wir sind noch nicht dazu gekommen…

Gibt es denn noch andere Auftritte dieses Jahr, die euch besonders in Erinnerung geblieben sind?

Ole: Wir haben in Wismar gespielt beim Schwedenfest, vor Frida Gold. Angeblich waren da zehn, fünfzehn Tausen Leute.

Sophia: Am Schluss ist unsere Technik ausgefallen und Ole und ich haben mit unseren Akustikgitarren zusammen gespielt, als es langsam dunkel wurde. Und in Greifswald neulich haben die Leute das erste Mal alle mitgesungen.

Ole: Krass war’s auch in Werningerode – da war es schon komplett dunkel beim Auftritt und man konnte von der Bühne aus das Ende des Publikums nicht mehr erkennen.

Sophia: Wir freuen uns auf jeden Fall sehr auf das Konzert im Knust, zusammen mit OK Kid. Das wird bestimmt sehr besonders werden.

Und die Show ist schon ewig ausverkauft!

Ole: Das hätten wir nicht gedacht! Und hatten auch ehrlich gesagt etwas Sorge …

Sophia: Als das Konzert gebucht wurde, hatten wir gerade erst ein Konzert in der Astrastube gespielt: vor vierzig Leuten. Na ja, gut: war auch ausverkauft!

Interview: (mmk) | Foto: (kel)


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