Es kann düster und unangenehm kalt werden, wenn Phil Taraz sich in das Café Elend zurückzieht. Zwar nicht in jeder Minute des zweiten Der Rest–Albums fällt das Thermometer unter die Null-Grad-Grenze. Null Toleranz begegnet dem Hörer dagegen schon kurze Zeit später im “Requiem”. Da sind wir aber schon ziemlich am anderen Ende von “Willkommen im Café Elend” angelangt.
Nachdem Taraz sich auf dem Debüt “Der Tisch ist gedeckt” allerdings noch querwärts durch ganz eigene Unappetitlichkeiten schrieb, holt “Willkommen im Café Elend” den Hörer irgendwo schon dort draußen am Stadtrand ab, um mit ihm geflissentlich über Nebenwege direkt bis ins Zentrum diverser gesellschaftlicher Übel zu spazieren. Dass der mitunter gänsehäutige Sprechgesang Taraz’ weder den Fünf-Freunde-Bösewicht gibt, noch in unheiligen Grafschaften wildert, ist aber das eigentliche tolle KunstStück auf “Willkommen im Café Elend”. 6. Dezember | Hafenklang (ptk)
