Von Stone Sour sprachen wir kürzlich an dieser Stelle schon einmal. Doch es lohnt sich, etwas weiter zurück zu blicken. Jede Fortsetzungsgeschichte beginnt schließlich mit einem herzhaften “Das geschah bisher”. Also: Ein Mann namens Corey Taylor gründete 1992 eine Alternative-Metal/Post-Grunge-Band namens Stone Sour. Dieses Projekt lag nach einigen Demoaufnahmen schon wieder brach, denn 1995 gründete er mit anderen Leuten die Alternative-Metal-Band Slipknot. Mit dieser dem Wahnsinn verfallenen Horde bringt er es zu Weltruhm. “Wait And Bleed” vom Debut-Album “Iowa” ist eine Mosh-und-Pogo-Hymne auf den Club-Tanzflächen.
Im Jahr 2002 erweckt Taylor zusammen mit Gitarrist Josh Rand Stone Sour zu neuem Leben. Das selbstbetitelte Debut-Album wird in die Welt gesetzt und zwei der Songs auch gleich für einen Grammy nominiert. Auf diesem Album zeigt Taylor zwar bereits mit viel cleanem Gesang, was er stimmlich drauf hat, doch mit seinem charakteristischen Slipknot-Gebrüll spart er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Es folgen zwei weitere Alben, “Come Whatever May” und “Audio Secrecy”, jedes eine musikalische Weiterentwicklung: Das Songwriting und Taylor’s Gesang werden immer reifer und besser. Die Slipknot-Ära geht langsam zuende, Stone Sour ist längst Corey Taylor’s Hauptband.
Willkommen in der Gegenwart. Das neue Albumprojekt “House Of Gold & Bones” ist ein Konzept-Doppelalbum, ein echter Höhepunkt seines Schaffens. Taylor schrieb hierfür eine Fantasy-Psycho-Horror Fiktion, die er zusammen mit dem Comic-Künstler Richard Clark als Buch umsetzte. In 24 Songs vertonte er die Geschichte. Erfreulicherweise ist das Ergebnis kein schwer zugängliches Soundkonstrukt vom Kaliber des Motorpsycho-Albums “The Death Defying Unicorn”. Taylor selbst beschreibt es als “… eine Mischung aus Pink Floyd’s ‚The Wall’ und Alice in Chains’ ‚Dirt’ ”. Klingt komisch, ist aber gut. Im Oktober 2012 erschien “Part I”, am 9. April 2013 dann “Part II”. Beide Alben sind verdammt guter Alternative-Rock, der viel mehr ist, als nur Alternative. Mal balladig, mal industrial-geschwängert, mal retro, mal den Grunge zelebrierend – die Songs sind so abwechslungsreich, dass man beide Alben hintereinander durchhören kann, ohne das Gefühl zu haben, auf die “Repeat”-Taste gekommen zu sein. Beide Parts sind übrigens komplett als Streams zu hören: hier und hier.
Stone Sour waren schon immer gut, aber noch nie so genial, wie momentan. Wir freuen uns ‘nen goldenen Knochen, das Konzert am 19. Juni in der Großen Freiheit 36 zu präsentieren. Greift besser mal heute als morgen Tickets ab! (ds)