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BDMKM Vol 4: TWISK

Weiter geht es mit den Bands, die man kennen muss. Heute: TWISK. Die bestehen aus Martina Lenzin und Lennart Thiem, kommen aus Hamburg und haben erst im August ihr allererstes Konzert gespielt. Und sind seitdem fleißige Gäste auf Hamburgs Bühnen. Morgen spielen sie mit The Sunny Street in der Astra Stube. Und am 6.März feiern sie im Goldenen Salon den Release ihrer neuen Platte. Wir präsentieren den Abend. Und haben den beiden ein paar Fragen gestellt.

Wer seid ihr, wie lange gibt es euch und wieso spielt ihr das, was ihr spielt?
Lennart: Wir sind Martina Lenzin und Lennart Thiem. TWISK gibt es nun ungefähr ein halbes Jahr. Und unsere Musik klingt so, weil uns nach Reduktion zumute war, gerade eben noch zumute ist und Martina einen Walkman mitsamt Kassetten, auf denen sich Beats befanden, geschenkt bekam.

Was muss man sonst über euch wissen und Fans welcher anderer Bands können sich das Weiterlesen jetzt sparen?
Lennart: Martina zeichnet hervorragend (siehe die Astra Stube Chronicles). Und ich halte nichts davon, eine begonnene Lektüre zu unterbrechen, egal, welche Bands man mag. Wobei so eine schroffe Ansage es wiederum Fans aller Bands erlauben könnte, mit dem Lesen aufzuhören. Nur wer auf den obigen Link zu Martinas Zeichnungen klickt, darf dafür ruhig kurz Pause machen.

Ihr habt keine Facebook-Seite mehr. Wie oft habt ihr das schon bereut?
Lennart: Kein einziges Mal. Facebook ist für kleinere Bands wie uns nur irreführend. Es gaukelt ihnen vor, Aufmerksamkeit sei ebenso wie Wertschätzung oder Relevanz mess- und vergleichbar, und das ist falsch.

Martina: Oder, wie Lennart in anderem Zusammenhang schrieb: Das neue Independent ist auch das unabhängige Hören und Erfahren.

Im kommenden Jahr kommt das neue, das erste Album – was dürfen wir erwarten?
Lennart: Elf Songs. Wer eher eingängige, also sozusagen „poppige“ Musik mag, könnte sie ungewohnt finden. Wer unüblich Musik mag, dürfte Pop hören. Alles wird sehr transparent und direkt klingen, es wurde nichts eingespielt, was wir nicht auch live so spielen können.

Martina: Nur für einen Song haben wir in eine vielleicht kommende Ära vorgegriffen und  Thomas Klein (u.a. LADA) an den Drums dazugewonnen.

Wie wohl fühlt ihr euch als Band in Hamburg, was würdet ihr gerne ändern und was findet ihr so richtig toll an und in der (Musik-)Stadt?

Lennart: Sehr wohl, was aber wenig mit der Stadt an sich als meinen Freundinnen und Freunden zu tun hat. Manche von ihnen machen famose Musik, in etwa Binoculers, Tellavision, Honeyheads, Electric Ocean People, Sleeping Policemen, The Spaghetti Wings, Mikrofisch, Kirrin Island, das Krachkistenorchster, FLÏRT, Stadtfischflex, Niedervolthoudini, der Bürgermeister der Nacht und LADA. Vor allem LADA! Ich lebe in einer Stadt, in der ich mehrmals pro Jahr LADA live sehen kann. Wow! Das macht mich glücklich.  Was an Hamburg problematisch ist, in etwa die Mieten, Clubschließungen und alberne, dröge Neubauten im Unterhaltungsbereich, hat nichts mit der Stadt an sich zu tun, auch da sollte man lokale Eigenheiten nicht überschätzen.

Martina: … Famose Veranstalter wie z.B. Hit The North nicht zu vergessen. Sie sind diejenigen, welche unbeirrt etwas wagen.

Im August habt ihr die erste Show gespielt – am 7.12. eure sechste. Was macht ihr bereits anders bzw. besser?

Lennart: Verraten wir, was wir anders machen? Machen wir überhaupt etwas anders, ja besser? Für die Beantwortung dieser Frage empfiehlt sich der Besuch eines unserer Konzerte.

Martina: Den eigenen Sound, welchen man mittelfristig gefunden hat, so ruhig wie nachdrücklich herstellen und einfordern, das kann man sich gar nicht oft genug vor und während des Gigs einbleuen.

Wie wichtig ist Freundschaft für euch und eure Band?
Lennart: Generell? Sehr, sehr wichtig. Es gibt Menschen, mit denen möchte ich lieber befreundet sein, als in einer Band spielen. Und für die Band… ich meine, wir sind ein Duo mit Walkman, was ich mit voller Absicht eine Band nenne. Und eine Band ist eine Bande, da wird freundschaftlich gebandelt, sozusagen.

Was muss man tun um aus der Band zu fliegen?
Lennart: Mhm… Da kann ich mir nichts vorstellen, was ich für wahrscheinlich halten könnte. Hier lässt mir das grundsätzliche Vertrauen keinen Spielraum für Spekulationen. Vielleicht die Tapes fressen? Das dürfte aber nur für den Walkman gelten.

Stellt Euch vor, beim nächsten Auftritt spielt ein berühmter Musiker einen eurer Songs zusammen mit euch auf der Bühne. Wer wäre es und für welchen Song?
Lennart: Butch Meier! Butch Meier singt „Salty and Free“, vermutlich in irgendeiner Pökelfleich-Variante. Dann wüsste ich endlich, was Ehrfurcht ist.

Martina: Und Guy Picciotto könnte dazu tanzen!

Welches Rock’n’Roll Klischee wollt ihr unbedingt noch erfüllen (bevor ihr an eurer Kotze nach einer Überdosis erstickt)?
Lennart: Das passt nun nicht wirklich, aber irgend so ein überambitioniertes Konzeptalbum wie „A Passion Play“ von Jethro Tull oder „Zaireeka“ von The Flaming Lips wäre gut. Oder hier und da ein wenig Hybris. Mhm, da könnte noch so einiges gehen. Wir müssten halt nur mal Rock’n’Roll spielen… Moment! Überhaupt, ein Rock’n’Roll-Album, das ist doch Klischee genug! Doch will ich das erfüllen? … Halt, jetzt weiß ich’s: Wenn schon, dann würde ich mich korrumpieren lassen, ja, der Ausverkauf, er lockt bzw. könnte ruhig mal locken. Aber nicht nur so ein bisschen, bitte! Wobei: Das „bevor“ in der Frage klingt mir zu sehr nach einem „letzten Willen“. Wenn wir auf so einen Tod verzichten, müssen wir ja vielleicht gar kein Klischee erfüllen wollen…

Martina: Wohnung kündigen und auf Tour sein.

Wie soll es jetzt mit euch weitergehen? Was sind eure Ziele?
Lennart: Am Samstag mit The Sunny Street in der Astra Stube spielen, weitere Konzerte folgen lassen, das Album rausbringen, Videos machen, neue Songs schreiben und aufnehmen.

Martina: Am besten ein ganzes Album aus Videos.

Lennart: Weitere Konzerte folgen lassen, Videos machen, neue Songs… und einmal mit LADA spielen, ja, das ist doch mal ein schönes Ziel.


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