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Album der Woche: Klez.e

kleze-desintegrationDer wird doch nicht? Tobias Siebert wird doch nicht? Klez.e werden doch nicht? Nein, keine Sorge. „Desintegration“ von Klez.e ist nicht „Disintegration“ ist nicht The Cure und ist doch ein bisschen Robert. Aber der Reihe nach. Denn Klez.e waren zwischen 2004 und 2009 mal wichtig und richtig.

Wem das nicht ganz egal ist, der hört „Leben daneben“, „Flimmern“ und „Vom Feuer der Gaben“ und ist schon ziemlich nah am zähen Rotweinblut von „Desintegration“. Vieles darauf mutet nach Abschied an. Jedes der acht Stücke trägt im Titel nur einen Begriff. Nicht ein einziger davon suggeriert Schwerelosigkeit und ja, das Versprechen wird mit Leichtigkeit eingelöst. Eine gefühlte Minute bis der erste Pflasterstein schwebt, zufälliges Neonlicht zerschmettert und eigentlich hängt das Auge derweil ja immer noch am besten Artwork fest.

Ein paar Koordinaten weiter baut sich Kreuzberg mit verschränkten Armen auf, brennt eine Tonne Tüll, beginnt ein neuer Staatsakt, verschwenden sich Herbstmonate in nebliger Distanz, prallt das Leben wie ein Flummi auf nassen Asphalt. Nur halt alles im sehr spärlichen Tempo bevor noch etwas übergangen wird. Was „Desintegration“ dann doch mit Schmidts Tatze „Disintegration“ aus 1989 verbindet? Nun, man will all das trotz Kloß im Hals gerne lauthals mitsingen. Auch weil die lyrischen Löcher im tyrannischen Herzen so direkt in die prächtige Schicksalsmelodie münden. Und wieder hinaus. Ganz am Ende ein Flug. Drüberher. Wenn du hier nicht deinen Frieden kriegst, wo und wann dann? (kel)

Das Album gibt’s natürlich bei Finest Vinyl.




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