Was wohl passieren mag, wenn einer Deutschlands versammelte Indie-Liedermacher in die Waschmaschine tut, bei knapp über null Grad Außentemperatur über die Leine hängt und Bügeleisen mal Utensil sein lässt während er, Sebastian Müller, am Captain’s Diary schreibend, “wieder mal auf der Couch versackt”? Wahrscheinlich kann das nur “Niemals jedem recht” werden.

Epizentrum der elf Tagebucheinträge ist Müllers Heimatstadt Oberhausen. Liegt ja auch so halbwegs mittig im Nichts. Umgeben hier von 80 Prozent Melancholie, 10 Prozent Wut und einem Rest sehr diffizil fragender Zeichen an die Umwelt.

Das könnte dem Jupiter Jones-Hipster und Kettcar-Nerd ebenso gefallen (“Wenn das hier dein Weg ist”), wie allen, nach neuen Aufgaben suchenden, Pohlmann-Fans (“Du weisst gar nichts mehr genau”). Wobei Müller letzterem nicht nur grobe, dunkle Cordhosen überstreift, sondern das Ambiente dankenswerterweise auch gleich in einen nassen Spätherbstnachmittag verpflanzt.

Am wohlsten aber fühlt sich der Kapitän Müller, wenn auf der Kommando-Brücke leise Weakerthans oder Stefan Stoppok zum Mitsingen im Hintergrund laufen. Hot Water Music für den Feierabend auf dem Fluss, “Fäuste in Taschen” um im Nebel den entscheidenden Schritt zu tun. Und die “Happy End / Pretend”– Analogie ist sowieso mal in Sachen Poesiealbum für die nächsten Wochen kaum zu übertreffen. Zu coole Typen und Befindlichkeitsverweigerer hat dieses Land eh schon mehr als genug. (kel)

 

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