Eine äußerst freundliche Herbstbotschaft schickt uns Ane Brun (20. Oktober | Café Keese). “It All Starts With One”: Einer muss anfangen, Idealismus lohnt sich wieder! Mitten in die Albumaufnahmen 2010 platzte eine Toureinladung von Peter Gabriel und Ani DiFranco. Ane entschied sich für die Tour, klar.
Es hat dem Album gut getan, denn umso stärker sind dafür die Texte, umso prominenter die Riege ihrer musikalischen Unterstützer: Produzent Tobias Foberg engagierte die Schlagzeuger Per Eklung (Lykke Li, Miike Snow) und Ola Hultgren (Lonely Dear, Thus Owls), für die Orgel wurde Martin Heredos (Soundtrack Of Our Lives, Tonbruket) angeheuert. Dieser Sound im Hintergrund ist genug, den Rest besorgt Anes fragile und trotzdem starke Stimme. Dazu geben sich José Gonzales (in “Worship”) und die Schwestern von First Aid Kid (bei “Do You Remember”) die Ehre.
Besonders das eindringliche “One”, eine stille Hommage an die Freiheitskämpfer des Arabischen Frühlings, zeigt was Ane Brun kann. Allein wegen dieses Stücks sei ihr die Eintönigkeit anderer Songs verziehen. An den dunklen Tagen im Herbst, wenn man innehält und ins grübeln kommt, dann ist es Zeit für 45 Minuten Ane Brun. “Poetry from heartbeats. Revolution from dreams”. (veb)