“Sweet Sour” also. Süßsauer. Zuckerbrot und Peitsche, so klingt gleich der namensgebende Opener. ”Sour bout a minute but you’re sweet about a hour†und so geht es auch weiter, wie gewohnt, ein gekonnter Wechsel aus laut und leise. In ”Lay my head down†beispielsweise wiegt man sich für vier Minuten in den sicher-süßlichen Armen einer Ballade, bis sich die Gitarre dazwischen drängt. Ob das hier weder süß, noch sauer, weder Fisch noch Fleisch ist? Es ist beides und aber vor allen Dingen eines: Rock!
Ich hörte mal jemanden sagen: ”Ah, ja, Band Of Skulls, die fröhlicheren Black Rebel Motorcycle Club.†Untermauert wurde diese These mit fundiertem Halbwissen: ”Naja, zwei Jungs, ein Mädel, hier singen aber nicht nur die Jungs, sondern auch das Mädel.†Eine singende Frau macht aber noch keine Partyband. Derartige Vergleiche sind zwar hier und da angebracht, aber die Gleichung wird Band Of Skulls am Ende dann doch nicht gerecht.
Im Lauten sind die Gitarren hier straight, schnörkellos und es ist ganz klar, wo sie hin wollen, im Leisen offenbart sich dann die Beherrschung des Handwerks. Insgesamt ist es genau dieser Wechsel, der sich über das ganze Album zieht und es so abwechslungsreich macht. Will man “Sweet Sour” auf einen Song runterbrechen, dann ist dies sicher ‘Bruises’, hier wird am Besten klar, was Band Of Skulls ausmacht, stetige Dynamik.
Sicher spaltet sich auch nach “Sweet Sour” die Hörerschaft wieder in drei Lager, die Lauten, die Leisen und im Idealfall die, die beides mögen, erst recht in Kombination. Wie bei einem guten Chinesen, so ganz genau weiß man nicht was einem an süßsaurem Essen so gut schmeckt, am Ende wohl die gut abgestimmte Kombination aus beidem. (mh)
“Sweet Sour” hören für die Sauren: “Sweet Sour”, “The Devil Takes Care Of His Own”, “Lies” – Band Of Skulls hören für die Süßen: “Lay My Head Down”, “Hometowns”, “Close To Nowhere” – Live erleben: 7. Mai | Molotow |
