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Eigentlich geht es hier ja um Hellsongs’ aktuelles Live-Album “Long Live Lounge”. Doch wichtiger, als das Werk selbst zu sezieren ist in diesem Falle, den Hörer auf das vorzubereiten, was ihn erwartet. Denn Hellsongs sind keine gewöhnliche Band. Die Dänen sind Meister der Entschleunigung, die tief hinunter in die Gewölbe der Metal- und Hardrock-Geschichte steigen, dort die großen Klassiker ausgraben, ihnen die Lederklamotten ausziehen, die Haare schneiden und sie mit Veilchenessenz gurgeln lassen. Wer auf Acoustic, auf Singer-Songwriter, auf warme Female Vocals steht, ist hier goldrichtig. Ebenso wie Anhänger von Pantera, Slayer, Alice Cooper und Iron Maiden.
Hellsongs schaffen es, die Brachial-Hymnen der Altmeister gnadenlos akustisch und mit lieblicher Frauenstimme auf faszinierende Weise neu zu interpretieren, ohne dabei die Originale zu beleidigen. Ein ganz besonders empfehlenswerter Anspieltipp ist da Panteras “Walk”. Für flexible Metalfans eine großartige Erfahrung. Denn nur wer die Songs kennt, weiß es
zu schätzen, wie anders die Texte und Harmonien sich entfalten, wenn sie nicht auf einer schwarzen Welle aus verzerrten Gitarren und Doublebass-Gewitter daherbrausen. Doch genau das macht es schwierig: Metalsongs nicht nur ohne Metal, sondern auch noch mit Blumenwiesenduft …
Ja, das ist ein zweischneidiges Schwert (nein, keine Manowar-Referenz). Ich persönlich ziehe im Zweifelsfall den Metal vor, doch trotzdem: Lovely Records. Eine Plattenfirma mit passenderem Namen hätten Hellsongs auf dem ganzen Planeten nicht gefunden. Was die Musiker um Bandleader Kalle Karlson aus “Run To The Hills” oder “Schools Out” zaubern ist einfach nur brilliantes Musikerhandwerk und Zeugnis der eigenen, bekennenden Leidenschaft für die gecoverten Bands.
Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Seit dem 17. Februar präsentieren uns Hellsongs auf “Long Live Lounge” einen Mitschnitt ihrer Göteborg-Show im März 2011. Dort in Begleitung keines Geringerem als dem Göteborg Symphonie Orchester. Diese 13 höllisch guten Songs kann man super nutzen, um sich auf die Show am 21. März im Grünspan einzustimmen. Tickets gibt’s hier – noch. (ds)

