Johnny, Plan B zu Zeiten von “The Greenhouse Effect” verglichen mit heute ? Was hat sich bei euch personell und auch bei dir persönlich in der Zwischenzeit von immerhin zwanzig Jahren getan, nachdem die Band ja eigentlich auch gar nicht mehr existierte?

Ich bin nach dem etwas erzwungenen Ende der Band 1995 zunächst in die digitalen Welten abgetaucht, der ganze Kram hat mich schon während der Bandzeiten beschäftigt und fasziniert, also empfand ich die gewonnene Zeit für Neues zunächst spannend und befreiend. Dabei dachte ich immer, ich würde bald wieder Musik machen, musste aber irgendwann feststellen, dass ich nicht der typische Musiker bin, der mal schnell mit anderen Leuten sein Glück versucht. Ich habe die Chemie vermisst, die Plan B auszeichnete, und als Studio-Musiker bin ich ungeeignet. Und dann vergingen die Jahre, neue Ideen und Projekte waren spannend, ich war mit Spreeblick und der Konferenz re:publica erfolgreich … aber mir fehlte die Musik wirklich dauernd.

Im Sommer 2011 gab es dann kein Halten mehr, nach 10 Jahren Konzentration auf die Online-Szene wollte ich endlich mal wieder eine Telecaster in der Hand halten, denn die wird immer cooler sein als ein iPhone. Und ich wollte wissen, ob unsere Songs von damals noch bestehen können. Und nach den ersten Stunden im Proberaum war klar: Ja, können sie. Ich habe fast geheult, wie einfach das sofort wieder war, die Texte waren einfach da, die Akkorde spielte man, als hätte man nie Pause gemacht … das war ein toller Moment.

Nun ist aber eine Band wie Plan B kein Hobby, das man mal eben nebenbei macht, weshalb es nicht möglich war, wirklich alle Leute der letzten Besetzung zusammen zu bekommen. Da Perzi, unser Drummer, und ich aber auch keine Miet-Musiker wollten, die mit der Historie der Band nichts zu tun haben, schauten wir uns unter denjenigen um, die schon damals mit uns verbunden waren und haben jetzt mit Beckmann am Bass (früher Rainbirds und Depp Jones) und Sven Schumacher an derGitarre (No Harms und Gum) zwei Leute, mit denen wir damals schon gut befreundet waren und mit denen wir einen gewissen “Spirit” teilen. Und plötzlich klingt die Band auf eine gewisse Art neu, was extrem viel Spaß macht und wirklich anspornt.

Eine andere Band namens Plan B tauchte ja vor einiger Zeit recht erfolgreich auf . War oder ist das für euch ein Problem in irgendeiner Art und Weise?

Mich hat das seit vielen Jahren ein bisschen geärgert, aber ich möchte mein Leben ungern mit Anwälten verbringen und ich denke, wir schaffen eine Art “friedliche Koexistenz” … wir schreiben in Anzeigen usw. “Plan B (Berlin)” hin, damit niemand die Tickets kauft und britischen Hiphop erwartet, und ich hoffe, dass auch unser Logo klar zeigt, umwelchen Plan B es hier geht.

Teil II und III des Interviews folgen morgen. (kel)

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