Klein ist es im Aalhaus. Kein Wunder also, dass das Konzert von DIIV am 29. August (sie selbst sprechen sich Dive, wie sie früher hießen, aus) ausverkauft ist. Schon bevor der erste Ton erklingt ist, hat die Temperatur Rekordhöhe erreicht. Gegen 21.30 schiebt und quetscht sich die Band nach vorne Richtung Bühne. Denn einen Backstageraum neben der Bühne gibt es im Aalhaus nicht – dort befindet sich das Frauenklo. Ein junger Herr tippt sogleich fleißig in sein Handy “Es geht jetzt los.” Da hat er sich aber geirrt, erst einmal steht noch ein kurzer Soundcheck an. Kommentiert wird das mit “Es geht doch nicht los. Total warm hier.” Da hat er Recht. Ein paar Minuten später darf er dann wirklich verkünden: “Jetzt geht es los.”
Und wie. Live werden die Songs sehr kurz gehalten und auf den Punkt gespielt. Zeit für Langeweile bleibt da definitiv nicht. Anfangs ist nur wenig Bewegung im Publikum zu sehen, auch bei Hits wie “Human”. Es mag an der Hitze liegen. Im Hintergrund werden Projektionen von Steinen, Turmuhren und allerlei nicht definierbaren Dingen an die Wand geworfen. Und zwischendrin manchmal die Benutzeroberfläche des Computers und die Anmeldeseiten von Twitter und Facebook. Das mindert den Spaß aber wenig, denn irgendwie passt der Charme des Unperfekten zu DIIV. Unter die Lieder des Albums “Oshin” werden zwei Coverversionen gemischt. Eine davon von Nirvana. Inzwischen ist doch etwas Bewegung im Publikum aufgekommen. Der Schweiß bedeckt inzwischen sowieso die gesamte Körperoberfläche, da macht es wohl keinen Unterschied mehr.
Viel zu schnell geht irgendwann die Musik wieder an und das Konzert ist zu Ende. Aber halt, doch nicht. Die Band steht noch auf der Bühne, nur das Mikro ist schon ausgeschaltet. Also Mixer wiederfinden (der in der Zwischenzeit scheinbar schon nach draußen geflüchtet ist), damit es weitergehen kann. Es folgt als letzte Zugabe “Follow”. Jetzt sind auch wirklich alle Lieder verbraucht und ein doppelt gespieltes Lied ist an diesem Abend nicht drinne. Aber vor der Tür wartet schon die angenehm laue Sommernacht…
Fazit: Schön war’s . Nächstes Mal dann in einer etwas größeren Location. Mit Lüftung!