Es geschieht nicht oft, nein, eigentlich nie, dass einen die begleitenden Worte zu einem Album schon vor dem ersten Ton so sehr anfassen wie bei Wolfgang Niedecken und dessen jetzt erschienenen Album “Zosamme alt”, das (s)einer ganz besonderen Frau alleine gewidmet ist. Und über den Weg am Bahndamm entlang, die verwaschenen “niemals zu spät”-Allegorien, Wünsche nach temporär unerfüllter Nähe, Rückflugtickets und unbegreifbarem Fingerspitzengefühl gefühlsduselt es sich eben doch immer noch am besten.

Dass sich zwischen den vierzehn innerlich hellhörigen Akustik-Stücken mit “Für Maria” sogar eines befindet, das 1981 in den ausverkauften BAP-Hallen zum Klassiker hätte reifen können, ist dabei mehr als nur ein Augenblick im Leben Niedeckens. Es empfiehlt sich aber ausdrücklich immer noch, unter dem insgesamt ganz unaufgeregten Liedermaching, die Gänsehäute in und zwischen den Zeilen zu finden. So schwer hat der Kölsche es dahin gehend seinen Zuhörern ja ohnehin noch nie gemacht. Oder um es mit Madsen zu sagen: “Das muss Liebe sein”. 15. März | Laeiszhalle (kel)

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