“Solitude stands by the window. She turns her head as I walk in the room.” (Suzanne Vega).
Kosheen sind mit “Solitude” ein zweites Mal zurück, haben inzwischen ihr eigenes Label gegründet und plötzlich ist vielen Beteiligten nur noch zum Heulen zumute. Nanu? Denn das Bild, das “Solitude” auf kompletter Länge vermittelt, besteht aus einem gewaltigen Haufen Desintegration, aus düsteren, langen und engen Gängen, aus fast klaustrophobischem Willensbruch und ziemlich reichlich wenig Hoffnung.
Der Weg, so vermittelt das Trio aus Bristol, scheint sich im Laufe der zurückgelegten Schritte stets aufzusummieren. Elektronisches Watt, schwerfälligster (aber niemals selbstgefälliger) Downbeat, Dubstep auf der Stelle. Dass Kosheen im gemeinsamen Herstellungsprozess schon längst, sagen wir mal, geografisch betrachtet sehr individuelle Wege zu gehen pflegen und das fertige Ganze bis zum Finale weite Kommunikationsstrecken überwunden haben muss, könnte den vereinsamten Gesamteindruck verstärken. Dass diese oft beschriebene “Solitude” aber ganz sicherlich keineswegs in die persönliche Dekonstruktion aller Zukunftsvisionen führen muss, steht am Ende auch ganz deutlich unter dem Strich auf der Habenseite. Selbst wenn der eklektische Sumpf am Ende ganz schön zäh gerät. (kel)