Da denkst du guten Glaubens, das Jahr sei um, da wird schon nix mehr kommen, steht Sea Wolf vor der Tür. Unvermittelt, direkt, unmittelbar. Hat die Ente uns mal wieder gefoppt mit ihrer sprichwörtlichen Geschmackssicherheit. Dass man über das Albumcover nicht notwendigerweise direkt auf die Herkunft Kalifornien schließen muss, dürfte derweil übrigens schon einleuchten. Aber warum soll die Sonne auch immer ihr blödes Klischee bedienen und bedächtig dösendes Wasser nicht auch mal zum Seegang werden? Richtiges Leben? Willkommen, Sea Wolf. Willkommen “Old World Romance”.
Denn neben der einen oder anderen tragischen Verpflichtung steuert der Seebär Alex Brown Church (Ex-Irving) sein inzwischen auch schon viertes Album auf ganz schön romantischen Brettern über das Nass. Und das quer durch ganze Generationen von Mitmenschen näherer (“Kasper”) oder eben auch fernerer Herkunft. “Old World Romance” begleitet das Kerzenlicht durch ganze Wohnungen, wird in der Heimat vielleicht als Indierock gepriesen, hält Melodien und die akustische Sechs stets in Reichweite und heult am Ende sogar den Mond an, bevor es gemeinsam in den “Whirlpool” geht. Schön. (kel)
