Kennt noch jemand diesen dämlichen Auf- und Abzählreim für Heranwachsende, der auf “sind für kleine Kinder nicht(s)” endet? So vierkantig sich also schon im Frühstadium die Grammatik biegt, so große Augen machen Messer im jüngsten Interview mit dem Visions-Magazin in der Dezember-Ausgabe. Messer lassen sich darin nicht all zu sehr aus der Reserve locken, man erfährt, warum ein Album in sich selbst gar nicht so abgeschlossen bleiben muss, wie die althergebrachte Volksseele es manchmal gerne gekocht hätte und warum einzelne Worte im elegischen, deutschsprachigen Postpunk-Universum der Band eben mehr oder weniger passgenau ver(sch)wendet werden dürfen.
Messer laufen aber auch mit einer ganz bezaubernd staubigen Attitüde immer wenige Schritte zu einem Abgrund entfernt, der nicht notwendigerweise steil in die Tiefe zeigen muss. Warum das kein Widerspruch ist, warum “Neonlicht” Wärme erzeugen kann oder wohin sich schmerzhafter Eifer entleert, erklärt “Die Unsichtbaren” in (fast) genau zehn Kapiteln. Wer die Bandgeschichte einen Nachmittag lang etwas detaillierter beleuchtet, findet vielleicht sogar noch mehr. Konzerttermin folgt. (kel)