livekritik.de präsentiert den Chor des Monats: Januar. Neues Jahr, neue Runde. Auch 2014 lassen wir uns wieder von Neuem inspirieren und von Altwährtem verführen. Wir haben uns auch im ersten Monat des Jahres wieder in den Hamburger Clubs und Hallen umgehört. Wie es war, lest ihr hier:
*** Die Höchste Eisenbahn (8.1., Knust) Und da waren die Schranken zu, das Knust ausverkauft und das Konzert des Jahres bereits am achten von 365 Tagen gesehen. Dass Die Höchste Eisenbahn vor komplett versammelter (aber sich recht unprätentiös gebender) IndieMuckerPolizei ins Gefahrengebiet begaben, war der Band spürbar anzumerken. Trotzdem (oder gerade deswegen) wurde der Hase im Lauf zum (sie werden es nicht gerne hören) Triumph-Zug. (kel) *** Die Höchste Eisenbahn (8.1., Knust): Nur vier Wochen nach dem letzten Halt, kommt die Höchste Eisenbahn erneut in Hamburg zum Start der ‚richtigen’ Tour zum stehen. Wie gehabt sind die Herren Krämer, Schröder, Weigt und Wilking äusserst charmant und unterhaltsam, lassen allerdings ab und an auch Zweifel aufkommen, ob für diese Tour genügend geprobt wurde. Dem Publikum im vollen Knust ist das aber gleich, denn unterhalten wird es allemal sehr gut. (nsc) *** Leroy Jönsson (8.1., Hasenschaukel) Erstes Konzert im neuen Jahr…zum Glück ordentlich entspannt, eine gut gefüllte Schaukel, ein singendes und Gitarre spielendes Model, der rosa Weihnachtsbaum stand auch noch. (ms)
*** La Femme (11.1., Kleiner Donner): Eine überdimensionierte Keyboard-Armada (five in a row!) auf der Bühne, flankiert von Gitarre, Bass, Schlagzeug und Theremin. Dazu aufpeitschende Songs, begeistert mitsingende Exil-Franzosen und auf der Bühne alle Dance-Moves der Formel Eins-Ära. Chapeau! (nsc)
*** Kashmir (15.1., Knust) Für mich ein perfekter Jahresauftakt in puncto Livemusik. Auf die Dänen ist einfach verlass. Wobei ich gestehen muss, dass sie an dem Abend auch irgendwie unschlagbar waren. Das hätte man gar nicht doof finden können.
Und die Songauswahl erst. Ein richtiges kleines Greatest-Hits-Set! (cR) ***Jon Flemming Olsen (15.1. NDR- 90,3 Studio Rothenbaumchaussee) Album noch nicht erschienen, Radiosendung vor Publikum aufgezeichnet, starkes, goldenes Handwerk an der Mandoline und sonst noch sehr vielen Saiteninstrumenten. Anne de Wolf mischt (wo eigentlich nicht?) auch mit und die vielen Coversongs halten die Spannung auf einem erträglichen Maß für die Generation Radioformat. Mit dabei sind reichlich Dittsche-Gucker, die vereinzelt sogar die VoKuHiLa-Frise der Kunstfigur “Ingo” vermissen. Ja, sind wir denn im Fernsehen, oder wie? (kel) ***Die toten Crackhuren im Kofferraum (15.1. Headcrash) Nö, Ladies. Der Witz hat sich dann doch nach wenigen Minuten abgenutzt oder bleibt anderen Menschen vorbehalten. Die leere HongKong-Bar geriet zum temporären Fluchtort. Vom Trägen in die Traufe oder so. (kel)
*** Peter Pan Speedrock ( 17.1., Hafenklang) Fast Forward. Rock ‘n’ Roll. Amtliche Peter Pan Show. Perfekter Freitagabend mit lauter Musik und viel Bier. Leider war das Hafenklang ein wenig zu vollgestopft, sodass viele im Publikum die Show mehr gehört als gesehen haben. Die Stimmung war dennoch amtlich. Immer wieder gern. (cR) *** Drí¥pe (17.1., Molotow) Euphorisch, verwunschener Dreampop aus Norwegen mit äußerst sympathisch wirkenden Menschen…ihr (Spiel)Freude war ansteckend und man sollte die auf dem Zettel haben! (ms)
*** Andreas “50” Dorau ( 18.1., Knust) Ein geborener Geburtstagsmuffel (Dorau), sehr viele Gäste auf der Bühne von Der Plan, über Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen, die, ja DIE Marinas (!), (leider) auch Egotronic bis hin zu Maurice “Staatsakt” Summen, Justus Köhnke und einem abstürzenden Backdrop waren nur ein Teil der deutlich über zwei Stunden konformer Anarchie. Erst bunte Luftballons setzten der Party ein zwischenzeitliches Ende kurz nach Mitternacht. Und Dorau? Ein würdiges Best of aus allen Schaffens-Perioden. Herr Fred vom Jupiter in einer doppelten Kunstkniff-Gastrolle (Dorau selbst erträgt den Song schon längst nicht mehr). Es wäre auch ohne den Intergalaktischen gegangen. Die Aftershow bleibt unter uns. (kel) *** Christine Owman (18.1., Musicstar, Norderstedt): Musicstar? Norderstedt? Nicht Hamburg? So meine Reaktion auf die Tourankündigung. Doch egal! Gewohnheiten wollen gebrochen werden, also ab in die Vorstadt: Christine Owman bezaubert den kleinen, feinen Verein mit ihrer sehr eigenen, oft dunkel klingenden, Mischung aus Cello, singender Säge, Ukulele & Loops und wird dabei von Gitarristin Erika Rosen und The Cardigans-Bassist Magnus Svenningson getragen. Ein sehr intimes, sehr intensives, sehr schönes Konzert – und über den kleinen, feinen Vorstadtverein, demnächst vielleicht mal etwas mehr an dieser Stelle. (nsc).
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Kalle Mattson (22.1., Knust Bar) Ein bisschen verliebt in diesen aufgeregten unglaublich jung aussehenden Kerl mit seinen wunderschönen Songs und dem äußerst talentierten Blasinstrumente-Spieler. Auch hier darf man sich gern seinen Namen hinter die Ohren schreiben, wer sein neuestes Album (VÖ 7.3.) nicht beim Konzert geholt hat, sollte dies im März nachholen! (ms)
*** Erik Cohen (24.1., Knust) Der Kapitän aus Kiel war in Hamburg eingelaufen, um sein erstes Album vorzustellen. Und spielte es einfach vom ersten bis zum letzten Song durch. “Die Platte kann man auch mal morgens hören”, klärte er uns noch auf. “Nicht nur Freitagabends, wenn man sich ‘ne Kiste Bier reinzieht, wie bei dieser Band aus Kiel. Diese Assis …” Geiler Typ. (mf)
*** PASS!ON VICTIM: Striving Vines, Kevin Devine & We Invented Paris (25.1., Knust) Überrascht von den tollen Striving Vines, sowieso in big love mit Kevin Devine und ein wenig irritiert von der Molko-Stimme des We Invented Paris-Sängers. Aber wie immer eine sichere Adresse für einen tollen Abend und das scheinen immer mehr Menschen zu wissen (Juchuuuu). (ms)
*** Babyshambles (29.1., Docks): Nach gefühlt viel zu langer Wartezeit treten Pete und seine Comparsen gegen 22.30 Uhr auf die Bühne. Herr Doherty wirkt überraschend fit, für die Zugaben leider wohl nicht fit genug. Dank Wartezeit und fehlender Zugaben ein eher enttäuschender Gig. (fh) *** The Building (29.1., Nachtasyl): Expect the Unexpected ist schon
ein spannendes Stilmittel und natürlich klingen The Building an diesem Abend völlig anders, als auf den zwei Debütalben. Heute entscheidet man sich für eine.. tja.. Krautrock(?)-Variante von Building the Building, die aber leider nicht sehr ausgereift wirkt und einige fragende Gesichter zurücklässt. Das war leider unter den Erwartungen, aber beim nächsten Mal wird wieder alles anders sein. (nsc)
*** Cargo City (30.1., Astra Stube) Abschiede fallen mir schwer und irgendwie wollten die Jungs und das eine Mädel dieses Konzert auch nicht so schnell enden lassen und legten immer wieder alte, lange liebgewonnene Songs nach. Zuletzt sogar akustisch, gewollt, obwohl der Strom eh ausgefallen war. Danke danke danke für die Zeit mit euch! Goodbye my imaginary friends. (ms) *** Pete Doherty (30.1., Grüner Jäger): Da hat er es dann doch noch auf die Bühne geschafft: Gegen 23:30 Uhr erklimmt Pete Doherty mit Gitarrist Mick Whitnall die Bühne des Jägers, vor der die Zuschauer zu diesem Zeitpunkt schon dreieinhalb Stunden auf den Babyshambles-Kopf in dichtem Gedränge, Hitze und mit Flüssigkeitsmangel warten. Pete selbst war relativ gut beisammen und bot Songs von den Libertines und den Babyshambles, wobei er immer wieder
einzelne Zeilen auf deutsch sang. Er liess sich auch nicht von der drückenden Besuchermasse und einer sturzbetrunkenen Besucherin auf der Bühne aus der Ruhe bringen, eine gerissene Gitarrensaite setzte dem Abend dann aber doch schnell ein Ende: Zunächst noch als ‚10 minute break’ angekündigt, mussten wir kurz darauf erfahren, dass Herr Doherty nicht mehr daran dachte, den Abend länger als die dargebotenen 30 Minuten werden zu lassen. Ein Erlebnis war es aber allemal. (nsc)