Die Amazing Snakeheads lassen sich nicht aufhalten – nicht vom gebrochenen Bein des Bassisten und scheinbar auch nicht von der Absage ihres morgigen (27. Mai) Konzerts im Molotow Exil. Denn nun spielen sie doch und da der ursprünglich als ihr Support angesetzte Benjamin Booker in der Zwischenzeit zum Main Act avancierte, nun sozusagen als dessen Support. Früh kommen lohnt sich also!
Auf dem Great Escape 2014 musste das Publikum Anfang des Monats auch frühzeitig da sein – allerdings um einen Platz weit vorne zu ergattern in der Schlange derer, die einen Blick auf die Amazing Snakeheads erhaschen wollten. Dabei wimmelt es auf dem Showcase-Festival im hübschen Brighton nur so vor Bands, die unter Verdacht stehen, dass nächste große Ding zu sein. Und wer sich zumindest für die letzten jaulenden Töne der Garage-Rocker aus Glasgow in den engen Zuschauerraum des Pubs The Hope zwängen konnte, dem schlug als erstes stickige Sauna-Luft entgegen – ein schweißtriefender Vorgeschmack, auf das was uns wohl im Molotow Exil erwartet.
Es wird heiß, es wird chaotisch, es wird laut & bedrohlich – das lässt auch das Debütalbum der Schotten erahnen. Auf ”Amphetamine Ballads†gibt es zehn Mal schmutzigen, psychedelischen Rock & Roll zu hören, dessen düstere Energie auf Highlights wie dem treibenden ”Here It Comes Again†mitreißt. Das raue Organ von Sänger Dale Barclay scheint dabei mitunter im drogenschwangeren ”Flatlining†kurz vor der Aufgabe zu stehen, doch seine verzweifelte, wütende Stimme kämpft sich immer wieder nach vorne.
Selbst der wohl großzügigste Saxophon-Einsatz einer Rockband seit Dog Eat Dog trägt am Ende vor allem zur unheimlichen Atmosphäre des Albums bei. Ob das auch bei uns für lange Schlagen sorgen wird, darf bezweifelt werden, aber zumindest sollte sich herausfinden lassen, ob auch von den hohen Decken des Molotow Exilquartiers Schweiß tropfen kann. (cp)