Jamie Treays hat gefehlt. Ganze fünf Jahre hat es gedauert, bis er mit einem neuen Album wieder auf der Bildfläche erschien. In diesen fünf Jahren hat sich einiges verändert in der Musiklandschaft. Gitarren wurden durch MacBooks ersetzt, versoffene Teenager durch Fashion-Vorbilder und ehrliche Texte durch Joy Division-Anspielungen.
Doch das ist Jamie Treays, alias Jamie T, ziemlich egal. Mit seinem neuen Album “Carry On The Grudge” erinnert er daran, wie schön Indie-Rock doch sein kann. Auch auf seinem dritten Longplayer bleibt der Musiker aus Wimbledon seinem Stil treu und wieder einmal trägt der authentische, britische Akzent a la Mike Skinner (The Streets) einen Teil dazu bei, dass das komplette Album richtig schön nach Pub-Rock klingt.
Jedoch sind es auf “Carry On The Grudge” nicht die Indie-Disco-Knüller, die das Album so besonders machen. Die sonst so typischen Ska/Reggae-Arrangements weichen klassischen Folk-Balladen mit schleppenden, herzzerreißenden Lyrics. Lyrics, die man einfach nur in die eisige Nacht hinausgröhlen möchte, nachdem man ein großes Glas Whiskey runtergekippt hat.
Am kommenden Dienstag (10. Februar) kommt Jamie T in den Mojo Club und wenn man den Setlisten seiner bisherigen Tourstops glauben schenken kann, dann wird Mr. Treays auch “Sticks’N’Stones” spielen … (hw)