Wenn ihr der Meinung seid, dass guter Indie-Rock immer etwas improvisiert und dreckig klingen muss, dann hätte ich euch bis vor kurzem noch zugestimmt. Doch dann bin ich auf Other Lives gestoßen. Auf “Rituals”, dem aktullen Album der Band aus Oklahoma, klingt nämlich wirklich jeder Track absolut so geplant, wie man es sonst nur von aufwendigen, elektronischen Produktionen kennt.
In einem Interview mit dem Rolling Stone betitelte Sänger Jesse Tabish die Musik der Other Lives als “Lo-Fi Epic”. Tatsächlich erinnern die aufwendigen Arrangements der drei Multiinstrumentalisten aus Oklahoma zeitweise an die Film-Soundtracks großer Kino Epen und nicht umsonst wurden Other Lives schon desöfteren mit dem großen Ennio Morricone verglichen. Neben ausufernden, instrumentalen Klangwelten finden sich, besonders in den neueren Stücken auch vermehrt die klassischen Elemente des modernen Indie-Folk-Rock wieder, die die Zuschauer in die weiten Prärien der Great Plains mitnimmt.
Auch Thom Yorke und Radiohead stehen total auf den sphärischen Sound von Other Lives, weshalb sie die Jungs vor ein paar Jahren als Tour-Support einluden. Laut Tabish war dies ein absolutes Highlight der Bandgeschichte, schließlich ist Radiohead ja “die beste Band der Welt”. Am kommenden Donnerstag (9.7.) spielen Other Lives im Molotow, unterstützt werden sie hierbei von dem Geschwister-Duo Sarah And Julian. Karten gibt es bei der Theaterkasse Schumacher. (hw)