Szenen eines Blogs. Was machen wir? Wer und warum? Und dann: Klar, geil, The Claypool Lennon Delirium. Also das neue Projekt von Les Claypool, Bassist und Boss von Primus, und Sean Lennon. Starkes Album, Album der Woche, Lösung gefunden. Aber dann: spontan gewechselt. Denn hey, stimmt, auch heute. “Unter den Wolken” von Destination Anywhere. Und das? Ist ein Gewinner-Album, ein unfasslich aufregendes Album. Sorry, Les. Sorry, Sean. Muss so sein.
Destination Anywhere sind jetzt auch schon zehn Jahre am Start und haben sich in dieser Zeit von der kleinen Skapunk-Band aus Siegen, die ihre erste Platte kostenlos ins Web gestellt hat, zur festen Größe, ach was zu einer außergewöhnlich guten Skapunk und mehr-Band entwickelt. Denn nur ein Genre ist nicht die Sache der sieben Jungs, oh nein, das reicht nicht. Immer wieder wird mit Pop gestrotzt und das in einer souveränen Art und Weise, wie es – und das gleicht jetzt einem Ritterschlag – zuletzt den legendären Wohlstandskindern geglückt ist.
Natürlich gibt es auch die klassischen Skapunk-Kanonen, gibt es Songs wie “Gift” und “Das Gefühl”, die einfach grandios gute Laune machen. Es gibt chillig-melancholische Reggae-Sachen wie “Traurig an der Bar”, mit “Regisseur” eine feine Ballade und punkiges Zeug wie “Dein Stalker”. Doch nahezu immer verfeinern sie ihre Lieder eben mit dieser ultra-feinen Pop-Note. Sei es im Gesang, der Melodie oder der Gitarre. Mal hier, mal da, überall funktioniert es. Im “Couchurlaub” und beim Bungee-Jumping. Bei jedem verdammten Song. Und dabei driften sie niemals ab, verlieren nie den Song, sondern machen ihn einfach besser. Sensationell gut. Sorry, Les. Sorry, Sean. (mf)
