Es sind tatsächlich zwei Brüder, die gemeinsam als Jeff The Brotherhood musizieren. Jake und Jamin Orrall spielen seit 2001 zusammen, sie stammen aus Nashville, machen aber keinen Country. Sondern begeistern mit furztrockenem und dabei überverspieltem Indierock, kennen dabei wirkliche keine Grenzen und klauen und nehmen, was sie wollen. Garage und Punk und Pop und Space und mehr.
Space. Das Zauberwort, das einst für Monster Magnet reserviert war, hat jetzt eine neue Chefband. Denn nachdem das Album mit dem eher öden “Zone”, einer blöden Nummer zwischen Weezer und NOFX-Ballade, beginnt, zocken sich Jeff The Brotherhood durch psychedelisch-abgefuckte Welten, schroten, schreien, toben.
“Energy” heißt der zweite Song. Was für ein Brocken, hast du das gehört, Dave Wyndorf? Dann “Punishment” ein lärmendes Pop-Monster, gleichzeitig ein progressives Manifest, ein dreckiges Etwas, ein unfasslich toller Track:
Für das doomige-gemeine “Roachin'” holen sie sich Alicia Bognanno (Bully) ans Mikro und klingen plötzlich wie eine Mischung aus Hole und den Melvins, “Idiot” wird dermaßen gerotzt und gleichzeitig mit einer New Yorker Poppigkeit versehen, dass man sich vorstellen kann, wie sich The Virgins das Ding anhören und ihre Sache packen. “Besser werden wir es nie hinbekommen.” “Ox” kommt dann plötzlich mit der Akustischen, “Bad” macht auf Weezer und “You” sind fünf Minuten Riff auf Riff auf Riff.
“Zone” ist das elfte Album der Band. Ich kenne kein einziges der ersten zehn. Aber ich werde sie mir anhören. Alle. Und das solltet ihr auch tun. Und dann mal ganz stark überlegen, ob ihr im Oktober nicht mal raus wollt. Raus aus Hamburg. Denn Jeff The Brotherhood spielen Konzerte in Berlin, München und Köln. Und eben nicht in Hamburg … die Spacken! (mf)
