Das Jahr 2016 ist vorbei. Es reichte zum Schluss auch. Geschafft. Was haben wir gelitten, geweint, waren geschockt und mussten uns immer wieder neu motivieren, die Zuversicht nicht zu verlieren. Wenn man all die unschönen Dinge mal beiseite schiebt, so gab es jedoch auch unzählige schöne Momente, sonnige Zeiten und erhellende Augenblicke und auch musikalisch war das Jahr 2016 – abgesehen von den traurigen Abschieden – ein grandioses, gespickt mit Highlights und Lieblingsmomenten. Wir haben das Jahr über jeden Monat zurückgeblickt. Den letzten Monat, den Dezember lassen wir an dieser Stelle Revue passieren:

Beginner*** Tingvall Trio| Miu (3.12., Elbphilharmonie, Gr. Saal) Es ist wie es ist, das Ding war sehr sehr teuer und viele HamburgerInnen sehen ihren Steuercent in den Rolltreppen oder dem apart-modern anmutendem Design verschwinden. Die Bands an diesem Abend sind eingeladen den Sound zu testen, verstärkt und machen es schwer das Drumherum kritisch zu betrachten. Erst das Tingvall Trio, mit Piano, Kontrabass und Schlagwerk. Jazz, schlicht und ergreifend, mal instrumental, mal mit Stimme. Zum Wegträumen bei diesem Sounddrumherum. Dann Miu aus Hamburg, welch reizendes Frauenzimmer, tanzend, singend, lachend mit süßem Soul. Zarter Einstieg für den 21. Januar, wenn die Einstürzenden Neubauten da sind. (tk) *brian-fallon-mosaik-2016-12-03-bre-cr** Brian Fallon (3.12., Bremen, Schlachthof) Schon als Brian auf die Bühne kam war klar, der Abend würde fantastisch. Er war gut gelaunt und strahlte vor Glück. Und es wurde tatsächlich großartig. Er plauderte kurzweilig mit dem Publikum und die Setlist des Abends war gefüllt mit Liedern seines Solo-Albums aber auch Stücken der Nebenprojekte The Horrible Crowes und Molly And The Zombies und gekrönt wurde das zweistündige Happening mit dem Neil Young-Cover “Rockin’ In The Free World”, bei dem dann alle – auch das Publikum – nochmal mit einstiegen. Hach. Ich bin hier vielleicht nicht ganz objektiv, aber fest davon überzeugt, dass der Abend allen gefallen haben muss, nicht nur mir. Selbst die Band sprach vom besten Abend der Tour. Und als Schmankerl obendrauf gab es im Vorprogramm noch Neuentdeckung Chris Farren. Ein nerdig-kautziger Kerl, der zuerst irritiert beäugt wurde, mit dem zum Ende seines Sets jedoch alle freudig lachten und feierten. Das muss man erstmal schaffen. Toller Typ. Die Fahrt nach Bremen hat sich definitiv gelohnt. (cR)

*** Life Of Agony (6.12., Markthalle) Alle Jahre wieder … alle Jahre wieder super. Life Of Agony zockten die alten Granaten, garnierten mit Songs der anderen Alben und sogar einem neuen Song und machten jeden Besucher hemmungslos glücklich. Denn if you don’t walk with me … (mf) Pete Doherty*** Clouds Hill Festival (10.12., Clouds Hill) Jedes Jahr lädt das Tonstudio Clouds Hill zum kleinen aber feinen Festival. Die zwei Studioräume dienten als intime Bühnen für ziemlich viele Gäste, die Getränke waren günstig, die Bands abwechslungsreich. Vermisst wurden aber vor allem mehr Sauerstoff im Zigarettenrauch und etwas Essen bei einem Abend, der um 17.00 begann und erst gegen 1:30 mit der Aftershow Party zumindest musikalisch endete. Auslöser des ausufernden Abends war kein geringerer als Peter Doherty, der wie gewohnt viel zu spät und gut betrunken kam, dann aber auch fast 1,5 h beste Unterhaltung inkl. Hits und Gejamme bot. sportfreunde-stiller-mosaik-2016-12-11-ham-crWeitere Highlights waren Kafja Tamura und Matija. Sion Hill war etwas zu geleckt und Fuck Art, Let’s Dance boten eine laute, schnelle Show. Ein guter Abend! (eh) *** Sportfreunde Stiller (11.12., Gr. Freiheit 36) Was soll man sagen. Die Sporties sind einfach eine Bank. Immer gut. Ein Garant für einen glücklichen Abend. Live immer noch einen Zacken schärfer und rauher als von Platte und spätestens wenn die vielen Hits angestimmt werden, sind alle außer Rand und Band. Zum Schluß dann noch Crowdsurfing und Balkonhüpfing. Eine schöne Party mit Konfetti, guter Laune und charmanten Bayern. Habe die Ehre. (cR)

*** Courteneers (13.12., Nochtspeicher) Eine Band, die sonst in England vor Tausenden spielt, durften wir im kuscheligen Nochtspeicher sehen – der allerdings gar nicht so kuschelig war wie gewohnt. Der Grund? Eine Horde betrunkener Engländer aus Manchester, die schon bei Lied 1 mit Bierbechern warfen. Dafür haben sie die Band auch von vorne bis hinten textsicher abgefeiert. Großartige Stimmung für eine Band, die leider unter eher miesem Ton zu leiden hatte. (eh) Rob Lynch*** Der Fall Böse (14.12., Mojo Club) Irgendwie reingestolpert und auch nach fünfzig Minuten wieder raus. Eine Hamburger Band, die mal Punkrock war, und heute nur noch der Sänger mit dem Bowler irgendwie was kann. Zumindest für meinen Geschmack und mehrere Andere, die früher gingen. Soviel Potenzial, Bandmitglieder, Trompeten usw. auf der Bühne, aber da sprang nichts rüber. Vielleicht nur was für Fans. Lustig im Vorprogramm zwei interessante Musiknerds alias Vinyl Café, die Songs von Platte auflegten und dazu freakige DJ Ansagen machten. Nunja. (tk) *** Against Me (21.12., Fabrik) Die Freude war riesig, hielt aber nur die ersten Lieder und hier und da zwischendurch. Against Me! spielten zu viele zu wenig gute neue Lieder und waren deshalb nur gut. Besser: Mit Mobina Galore gab’s vorab eine neue Lieblingsband zu sehen. (mf)

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